10. BULGARISCHE TUMMLER

Nachdem in den letzten Jahren auch die bulgarischen Tauben auf internationalen Ausstellungen gezeigt wurden, ist es moglich, die Rassen auch dieses Landes naher zu beschreiben. Nach Dr. Schille (1979) sind die bulgarischen Rassen uberwiegend turkischen Ursprungs. So sollen die Schumener Tummler (Sumenski) von vor 200 bis 300 Jahren aus Kleinasien nach Bulgarien eingefuhrten Tauben abstammen. Gleiches soll fur die Maawii und Tschibolii gelten. Nach Aussagen bulgarischer Zuchter sind in der Turkei ahnliche Tauben zu finden. Aus Importen wurden eigene Rassen geformt. Allerdings konnten bisher keine den bulgarischen ahnliche Rassen in der Turkei nachgewiesen werden.
Betrachtet man die bulgarischen Vertreter der Tummlergruppe hingegen genauer. wird man feststellen, dab sie rumanischen und russischen Rassen im Erscheinungsbild naherkommen. Am weitesten verbreitet sind in Bulgarien die Schumener bzw. Sumener Tummler. Sehr bekannt wurden auch Rassen, die in der Stadt Russe und ihrer Umgebung entstanden sind. In ihrem UuUeren ahneln sich fast alle bulgarischen Tummler, zeigen gleiche Flugweise und purzeln. Es gibt Vertreter der ublichen Schwanzform, die Mehrzahl verfugt aber uber einen breiten Schwanz und HangcUflugel. Eine Burzeldruse fehlt den meisten von ihnen.

Die EINFARBIGEN BULGARISCHEN TUMMLER oder EINFARBIGEN SOFIAER TUMMLER (Abb. 324) sind reine Flugtauben, die auch purzeln. Sie sind knapp mittelgrob und tiefgestellt. Der Kopf ist rund, glatt oder mit Muschelhaubc versehen. Die Augen sind hell perlfarbig, die Augenrander zweireihig, zart, glatt und von heller Farbe. Der Schnabel ist mittellang. Die Flugel ruhen auf dem Schwan/ oder hangen ganz leicht neben ihm. Dieser besteht aus zwolf Steuerfedern und setzt die leicht abfallende Ruckenlinie fort. Die Laufe sind kurz und unbefiedert. Man kennt Einfarbige in Schwarz, Rot, Gelb und Blau mit schwarzen oder weiben Binden.

BULGARISCHER WEISZSCHLAGTUMMLER. schware (Foto Wolters)

Die BULGARISCHEN WEISZSCHWANZTUMMLER oder SOFIAER WEISSU SCHWANZTUMMLER sind haufig anzutreffen, knapp mittelgrob, tiefgestellt und glattfuUig. Ihr Kopf ist nicht ganz rund, glatt oder mit Muschelhaube versehen, der Schnabel mittellang. Die Augen sind perlfarbig und von zweireihigen, glatten, hellen Randern umgeben. Der Schwanz besteht aus zwolf Steuerfedern und folgt der abfallenden Ruckenlinie. Die Flugel ruhen auf oder hangen nur ganz leicht neben dem Schwanz. Diese Tauben kommen in Farbig mit weibem Schwanz vor, wobei es sie vorwiegend in Schwarz gibt.

Die BULGARISCHEN WEISZSCHLAGTUMMLER oder SOFIAER WEISSU SCHLAGTUMMLER (Abb. 325) zeigen die gleiche Korperform und Haltung wie die vorgenannten, aber einen runderen Kopf, der glatt oder mit Muschelhaube versehen ist. Sie haben perlfarbige Augen, zweireihige Augenrander, einen mittellan-

EINFARBIGER BULGARISCHUK TUMMLER, schwarz (Foto Wolters)

gen Schnabel und kurze, unbefiederte Laufe. Die Flugel ruhen auf dem aus zwolf Steuerfedern bestehenden Schwanz oder hangen ganz leicht daneben. Bei farbigem Gefieder haben sie weibe Schwungfedern und kommen vorwiegend in Schwarz vor.

Die BULGARISCHEN (oder SOFIAER) WEISZSCHLAGUWEISZSCHWANZUTUMMLER ahneln den Zuvorgenannten mit der Einschrankung, dab Schwanz und Schwungfedern weib sind.

Die GESCHECKTEN SOFIAER TUMMLER (Kristonosti oder Turcease: Abb. 326) werden in ihrer Heimat auch "Sofiaer Schasen" genannt und sind auch auUerhalb Bulgariens bekannt. Sie purzeln beim Flug, sind mittelgrob und knapp mittelhoch gestellt, immer glattfuUig und tragen die Flugel auf dem Schwanz oder ganz leicht hangend. Der Kopf kann glatt oder mit Muschelhaube ausgestattet sein. Die Augen sind perlfarbig, ihre Rander zweireihig, zart und hell. Der Schnabel ist

GESCHECKTER SOFIAER TUMMEER. rot (Foto Wolters)

mittellang und dick. Die Zeichnung ist gescheckt, wobei Brust und Schwingen farbig sein sollen. Der Schwanz kann farbig oder weib sein.

KAPLAN-TUMMLER, schwarz (Foto Wolters)

Die KAPLANTUMMLER (Abb. 327) stellen eine Zeichnungsvariante der vorgenannten Sofiaer Gescheckten dar. Grundfarbe des Gefieders ist weib, farbig sind nur Kopf, Hals, Brust und Schwingen.

Die COTOFANATUMMLER sind ahnlich gezeichnet und zeigen gleiche KorpeiUform wie die Kaplantummler. Bei ihnen sind jedoch Hinterhals, Rucken und Schwanz weib, die Flugel gescheckt und das ubrige Gefieder farbig.

Die CHIULLATUMMLER sind farbig mit weibem Schwanz, hellem Halskragen und hangenden Flugeln.

Die GEELSTERTEN BULGARISCHEN TUMMLER demonstrieren eine Elsterzeichnung mit weiben Backen und Bartchen. Sie kommen in allen Farben vor. Rote und Gelbe auch mit weiber Schwanzbinde.

Die SOFIAER DONEKTUMMLER zeigen die gleiche Korperform wie die zuvor beschriebenen Rassen. Abweichend fallt nur ihre Zeichnung aus, denn diese Tauben sind weib und haben einen gemaserten Schwanz.

Auch die PAZARDJIKTUMMLER (Abb. 328) sind weib und tragen gemaserte Schwanzfedern. Sie wurden bereits als "Porzarak" und als "Bulgarische Wammentauben" ausgestellt. Tatsachlich weichen sie von den Tummlern durch eine

PAZARDJIKTUMMEER. weib (Foto Wolters)

kleine, gut ausgepragte Kehlwamme ab. Der Kopf ist glatt, die Augen dunkel, der Schnabel mittellang und hell. Laufe und FuUe unbefiedert. Es handelt sich um gute Purziertauben, aber keine ausgesprochenen Roller.

Die BULGARISCHEN BURTCHENTUMMLER (Abb. 329) sind hangeflugelig. breitschwanzig und kappig. Bei farbigem Grundgefieder sind ihre Schwungfedern und ein Bartchen unter dem Schnabel weib. So kommen sie in allen Farben und in Sofia weit verbreitet vor. Aus diesem Grunde werden sie oft als "Sofiaer BartchenUtummler" bezeichnet.

Die BULGARISCHEN NONNCHENTUMMLER sind mittelgrob, haben einen knapp mittellangen Schnabel, dunkle Augen und eine Muschelhaube. Diese Rasse soll von Polnischen Nonnchen abstammen und sich von diesen nur durch einen

BULGARISCHER BARTCHEN TUMMLER, schwarz (Foto Wolters)

kurzeren Schnabel unterscheiden. Farbig sind nur Kopf ohne Haube, ein kleinei Latz, Schwungfedern und Schwanz, dabei in Rot, Gelb, Blau oder Schwarz gehalten. das Restgefieder ist weib.

Die PLEVENER oder PLEVNAER TUMMLER (Abb. 330) aus der Stadt Pleven (Plewen) sind Flugtauben, die in Trupps fliegen und gelegentlich purzeln. Uberrnu Uig grobe Flugleistungen sind allerdings nicht zu erwarten. Es handelt sich um mittelgrobe Tauben mit langem und breitem, etwas erhoben getragenem Schwanz. Der Kopf ist rund, glatt oder mit Muschelhaube ausgestattet. Die Augen sind perlfarbig, ihre Rander zweireihig und nicht selten wulstig. Der Schnabel ist kurz.

DOPPELKUPPIGER PLEVENER TUMMLER, schwarz (Foto Teremi)

dick und bei allen Farbschlagen hell, der Hals mittellang und dick. Der Schwanz besteht aus mehr als zwolf Steuerfedern und wird flach getragen. Laufe und Zehen sind unbefiedert. Zur Farbpalette gehoren Schwarz, Rot, Gelb, Blau oder weib, wobei letztere mit dunklen oder perlfarbigen Augen bekannt sind und aschrote Tiere, "Plevener oder Plevnaer tekir" genannt, sowie Bartchen, weibschwanze und weibschlage.

Die DOPPELKUPPIGEN PLEVENER oder PLEVNAER TUMMLER (Abb. 331) auch "Doppelkuppige Bulgarische Tummler" genannt, entsprechen den vorgenannten Plevener Tummlern. Der runde Kopf wird durch eine kleine Muschelhaube ohne Rosetten geziert. AuUerdem sitzt oberhalb des kurzen bis mittellangen Schnabels eine nicht zu uppige Schnabelkuppe. Die Augen sind perlfarbig, ihre Rander

PLEVENER TUMMLER. (Foto Marks)

zweireihig, hell, oft leicht warzig. Die Flugel hangen leicht neben dem Schwanz, der aus mehr als zwolf Federn besteht. Diese glattfuUige Rasse wird uberwiegend einfarbig in den Varianten Schwarz, Blau, Rot und Gelb gezuchtet, ferner mit Bartchenzeichnung. Gescheckte, weibschwanze und weibschlage kommen hingegen seltener vor.

Die SCHNABELKUPPIGEN PLEVENER oder PLEVNAER TUMMLER gleichen den Vorgenannten, zeigen lediglich keine Haube.

Die WIDINER TUMMLER (Vidinski: Abb. 332) sind dem Plevener Tummler ahnlich. Ihr Schnabel ist langer, der Kopf nicht so rund, dabei entweder glatt oder mit Muschelhaube versehen. Die Augen sind perlfarbig, umgeben von zweireihigen Augenrandern, die zart und buttergelb erscheinen. Der Schnabel ist kurz und dick. Der Schwanz besteht aus mehr als zwolf Steuerfedern, und die Schwingen werden hangend neben dem Schwanz getragen. Widiner sind tiefgestellt, glattfuUig und nur

WIDINER TUMMLER, weib (Foto Wolters)

einfarbig in Rot, Gelb, Schwarz und weib bekannt. Letztere kommen sowohl mil hellen als auch mit dunklen Augen vor.

Die SCHUMENER TUMMLER (Sumenski; Abb. 333) sollen kleinasiatischen Ursprungs sein. Es sind Flugtummler, die drei bis vier Stunden fliegen und dabei gelegentlich purzeln. Sie sind mittelgrob, robust, mit abgerundetem Kopf, bei dem die Stirn betont und die Kopfpartie abgeflachter ist. Ihre Muschelhaube ist bei gezeichneten Tieren innen farbig, auUen weib. Die Augen sind perlfarbig mil moglichst schmaler Iris und werden von zweireihigen, weiben bis wachsfarbigen und zarten Augenrandern umgeben. Der mittellange, keilformige Schnabel zeigt leicht nach unten. Die Flugel ruhen auf dem Schwanz, der aus etwa 14 Steuerfedern besteht. Die Laufe sind mittellang und unbefiedert. Man unterscheidet einfarbig weibe und Gelbe, sodann Gezeichnete in Rot, Gelb und Schwarz, bei denen die

SCHUMENER TUMMLER. schvarz (Foto Wolters)

Grundfarbe farbig, der Hals weib ist und die weibe Zeichnung am Vorderhals unterhalb des kleinen farbigen Latzes beginnt. Am Hinterhals reicht das weib bis in die Haube hinauf. Es lauft also gewissermaben ein weibes Band um den Hals herum. Der Schwanz kann weib oder farbig sein. Es gibt Tiere, bei denen nur die mittleren Schwanzfedern oder die Ortfedern farbig sind. Die Tauben dieser Rasse gurren sehr tief ohne den Konsonanten R, der in ihrer Stimme offensichtlich ganz fehlt. Sie auUern sich somit nicht "ru ru" wie andere Tauben, sondern sehr tief "u-o-o-o".

Die LOMER TUMMLER aus der namensgebenden Stadt Lom lassen sich mit den Bukarester Hangeflugeltummlern vergleichen. Es sind mittelgrobe Tauben, die gern fliegen und recht haufig purzeln, entweder glattkopfig oder eine Muschelhaube tragend. Die Augen sind hellgelb, die Augenrander zweireihig, glatt und von weiblicher Farbe. Der Schnabel ist knapp mittellang, der Hals mittellang und dick. Die Flugel werden hangend neben dem Schwanz getragen, der aus bis zu 18 Steuerfedern besteht und leicht gefachert getragen wird. Die Laufe sind kurz, die FuUe unbefiedert. Einfarbige sind in Schwarz, Rot, Gelb und weib vorhanden, wobei letztere gelbe oder dunkle Augen zeigen durfen, wahrend bei Gescheckten der Halbmond auf dem Vorderhals oder auch der ganze Hals weib, Bauch und Flugel hingegen gescheckt sind.

Die BULGARISCHEN MONDTUMMLER sind auUerhalb ihrer Heimat kaum bekannt. In ihrer Korperform entsprechen sie den Lomer Tummlern, von denen sie sich nur durch die Zeichnung unterscheiden. Einfarbig, meist schwarz, prasentieren sie namlich nur den weiben Halbmond auf dem Vorderhals und kommen glattkopfig und mit Rundhaube vor. Der Schwanz dieser glattfuUigen Rasse besteht aus 14 bis 16 Steuerfedern.

Die TARGOVISTER TUMMLER (Targoviski) sind in ihrer Figur den Schumener Tummlern ahnlich. Ihr Kopf kann glatt oder mit einer Haube versehen sein. Um den Hals verlauft ein weibes Band in Form eines Halbmondes, der zum Hinterhals schmaler wird. weib ist in der Regel auch der Schwanz. Die Flugel werden hangend unter dem Schwanz getragen. Diese glattfuUig gezuchteten Tauben kommen nur in schiefergrauer Farbe vor.

Die RAZGRADIER TUMMLER {Abb. 334) aus Razgradie als ihrer Heimatstadt sind gute Flugtauben, die beim Flug purzeln, und stellen sich hangeflugelig und mit breitem Schwanz dar, der angehoben getragen wird. Zu unterscheiden sind Einfarbige mit weibem Schwanz und Halskragen in den Spielarten Schwarz, Rot und Gelb. Der Kopf ist glatt oder mit einer Rundhaube versehen.

Die SLIVENER TUMMLER (Slivenski oder Turaki; Abb. 335), der Stadt Sliven entstammend, sind so etwas wie eine Parallele zum Schumener Tummler. Es handelt sich um gute Flugtauben, die drei bis vier Stunden zu fliegen und purzeln pflegen. Bei schwarzem Gefieder prasentieren sie weiben Halskragen und Schwanz. Der runde Kopf wird von einer Rundhaube geziert. Der Schnabel soll mittellang, dick und hell sein. Die Augen sind perlfarbig, die Augenrander zweireihig und von weiblichUgelber Farbe. Die Flugel werden leicht neben dem Schwanz hangend

RAZGRADIER TUMMLER. (Foto Marks)

STARAUZAGORA-TUMMLER, rot (Foto Wolters)

getragen, der sich aus 14 Steuerfedern zusammensetzt. Laufe und FuUe sind unbefiedert. Auch dieser Rasse fehlt das "R" in ihrer Stimme.

RUSSENER TSCHIBOLIITUMMLER. rot (Foto Wolters)

Gut bekannt sind die STARAUZAGORAUTUMMLER (Stara Zagora: Abb. 336) aus der gleichnamigen Stadt, die in Schwarmen fliegen und gut purzeln. Wegen ihres guten Orientierungsvermogens wurden sie als KurzstreckenUBrieftauben verwendet. Sie sind mittelgrob mit rundem Kopf. Die perlfarbigen Augen sind von zweireihigen. hellen und zarten Randern umgeben. Der Schnabel ist mittellang und dick. Die Flugel werden leicht hangend getragen. Der Schwanz besteht aus etwas 16 SteuerUfedern. Die Laufe sind mittellang und unbefiedert. Es gibt auch Reinweibe, diese auch mit dunklen Augen, aber die Mehrzahl der Tiere ist gescheckt. Dabei ist die gesamte Unterpartie des Korpers einschlieUlich Flugel und Unterrucken weib. Farbig sind Schwanz, Hinterhals und Schultergefieder (Ruckenherz), Kopf und Kehle. In diesen Farbfluren sind zwei weibe Abzeichen vorhanden, ein Fleck auf der Kopfplatte und ein schmales Band, das sich von der Kehle uber den Hinterhals zieht. Ebenso bildet der weibe Unterrucken ein Band oberhalb des Schwanzes, der bei roten und gelben Tieren zusatzlich noch eine weibe Binde zeigen kann. Die Farbschlagpalette bilden Schwarz, Rot, Gelb und seltener Blau. StaraUZagoraUTummler sind in Bulgarien weit verbreitet und werden auch in den Nachbarlandern gezuchtet.

Die TOLBUCHINER TUMMLER, nach der Stadt Tolbuchin benannt, sind kurzschnablige Tauben, deren Augen hell und von zweireihigen, recht breiten und etwas warzigen Augenrandern umgeben sind. Die Beine sind kurz, Laufe und FuUe unbefiedert. Die Flugel hangen neben oder unter dem breiten Schwanz. Der Kopf ist glatt. Einfarbig in Schwarz, Rot und Gelb ist die gebotene Farbschlagskala.

SLIVENER TUMMLER. schwarz (Foto Wolters)

RUSSENER MAAWIITUMMLER. blau (Foto Wolters)

Die Stadt Russe hat verschiedene Tummlerrassen hervorgebracht, so die RUSSENER TSCHIBOLIITUMMLER (Russenski Tschibolii: Abb. 337). Es handelt sich dabei um tiefgestellte, sehr lange, doch nicht sehr grobe Tauben mit langem Schnabel sowie abgerundetem und immer glattem Kopf. Die sehr langen Schwingen werden hangend unter dem langen, breiten Schwanz getragen, der aus mindestens 14 Steuerfedern besteht und etwas angehoben getragen wird. Diese Rasse wird vorwiegend in den Varianten Rot, Gelb und Schwarz gezuchtet. Der Hals ist weib oder mit einigen kleinen farbigen Federn durchsetzt. Diese Zeichnung lauft wie ein Band uin den Hals, am Vorderhals breit und zum Hinterhals schmaler werdend.

Die RUSSENER TEPELIITUMMLER (Russenski Tepelii: Abb. 338) gleichen den Tschiboliitummlern in figurlicher Hinsicht weitgehend. Sie haben ebenfalls Hangeflugel, eine etwas hervorgedruckte Brust und unbefiederte Laufe. Der Kopf wird breit gewunscht, mit einer Rundhaube und seitlichen Rosetten bewachsen. Der

RUSSENER MUSKALIITUMMLER, weib (Foto Wolters)

Schnabel soll moglichst dick und kurz sein. Der Schwanz wird erhoben getragen und besteht aus mehr als 14 Steuerfedern. Man differenziert Einfarbige und Bartchen. wobei letztere beiderseits zwei weibe Schwungfedern und z. T. noch weibe Hosen sowie manchmal eine weibe, dreieckige Kopfzeichnung haben sollen, die an der Schnabelbasis beginnt.

Die RUSSENER MAAWIITUMMLER {Abb. 339), eher aus der Umgebung ihrer Heimatstadt stammend, sind kleine, aber kraftige Tauben. Ihr Kopf wird von einer Muschelhaube und einer Schnabelkuppe geziert. Die Augen sind hell. Die langen Flugel sind hangend unter dem breiten Schwanz postiert, der angehoben odei zumindest waagerecht getragen wird. Die Laufe sind knapp mittellang und glattfuUig. Diese Rasse kommt nur in blaugrauer Farbe mit dunklen Flugelbinden und Schwanzbinde vor. Der Hals erscheint durch den Gefiederglanz dunkler, wahrend das Farbbild eine Art Bartchenzeichnung verkorpert. Die beiden auUeren Schwungfedern konnen auch weib sein. Mitunter sind ihnen weibe Hosen und eine weibe, dreieckige Zeichnung auf dem Kopf, oberhalb der Schnabelwarze beginnend, eigen.

Die RUSSENER MUSKALIITUMMLER (Abb. 340) stellen eine doppelkuppige Variante der Tepelii bzw. Tschibolii dar. Ihren Kopf zieren eine Muschelhaube und eine Schnabelkuppe, die mindestens die Halfte des Schnabels bedecken soll. Der Schnabel ist gut mittellang und nicht sehr stark. Muskaliitummler sind glattfuUig und

RUSSENER TEPELIITUMMLER. rot (Foto Wolters)

tragen ihre Schwingen hangend unter dem breiten Schwanz, der aus 14 bis 16 Steuerfedern besteht und waagerecht oder mehr erhoben getragen wird. Farbige Tiere haben helle Augen, weibe Exemplare kommen mit hellen oder dunklen Iriden vor. Gezuchtet werden Einfarbige und Bartchen mit Tepeliitummlerzeichnung.

Die MASARUITUMMLER kommen in verschiedenen Farbschlagen und Zeichnungen vor. Erwahnenswert sind weibbrustige und weibschwanzige. Masarliitummler sind klein und zierlich, ihr runder Kopf wird stets von einer Kappe geziert. Auch sie tragen die Flugel hangend. Der aus mehr als zwolf Steuerfedern bestehende Schwanz wird nur wenig angehoben.

Die MASARLIIUINUKRIUTUMMLER unterscheiden sich von den Masarliitummlern durch ein schwaches Movchenjabot auf der Brust. Sie erinnern damit an die ebenfalls eine Halskrause zeigenden turkischen BangoUHochflieger. Die Masarlii gelten in Bulgarien als ausgesprochene Flugtauben. Bei entsprechendein Training fliegen sie funf bis sechs Stunden.

JAMALIITUMMLER (Abb. 341) sind gescheckte Tauben und immer glattkopfig sowie U fuUig. Der Schnabel ist mittellang und die Augen hell. Die Flugel werden

JAMALIITUMMLER, blaugesdiecki (Foto Wolters)

hangend getragen. Der aus 14 bis 16 Steuerfedern bestehende Schwanz wird angehoben getragen. In verschiedenen Zeichnungen vorkommend, zeigen sie vorwiegend weibe Grundfarbe. Farbig sind Schwanz, Unterrucken und Ruckenherz. Der Kopf ist mehr oder weniger gescheckt. Es sind Flugtauben, die beim Flug purzeln.

Die AKMANIITUMMLER (Abb. 342) zeigen eine Ganselzeichnung. Der Kopf ist gestreckt, langlichrund und ohne Haube, der Schnabel lang und hell. Die Schwingen ruhen auf dem Schwanz, der aus 12 bis 14 Steuerfedern besteht und leicht nach hinten abfallend getragen wird. Die mittellangen Laufe und FuUe sind unbefiedert. Bei weiber Grundfarbe ist der Oberkopf farbig, die Begrenzungslinie verlauft durch das Auge. Ferner sind Hinterhals, Rucken, Brust und Schwanz farbig. Am Vorderhals befindet sich ein grober weiber Latz. Akmanii sind gewandte Flieger, die beim Landen rasante Sturzfluge zeigen.

Die TSCHIRPANER TUMMLER (Abb. 343) werden vorwiegend in der Gegend der Stadt Tschirpa gezuchtet. Diese mittelgroben Tauben mit Haube tragen die

AKMANII TUMMLER. blaugescheckt (Foto Wolters)

Schwingen unter dem leicht erhobenen Schwanz. Bei farbigem Gefieder ist der Hals weib, um den sich ein breiteres oder schmaleres Band herumziehen soll. Der

TSCHIPANER TUMMLER. rot (Foto Wolters)

Schwanz kann farbig oder weib sein. oft sind weibe Hosen vorhanden. Tschirpaner kommen in allen Farbvarianten vor. Eine rauhe, heisere Stimme soll ein ausgepragtes Rassemerkmal sein.

Die HASKOWOER FARBENKOPFTUMMLER stammen von der Schwarzmeerkuste, aus der Stadt Haskowo, und sind gute Flugtauben. Farbig sind neben dem Kopf auch Flugel und Schwanz. Die Flugel konnen dabei auch getigert oder mit weiber Flugelrose versehen sein. Acht bis zehn Schwungfedern sind weib. wobei die beiden auberen farbig sein sollen. Es handelt sich um gedrungene Tauben mit leichi hangenden Flugeln. Der Kopf soll mit dem Innenfutter der Haube farbig sind.

Die BULGARISCHEN ROLLER (Ploviskii oder Bazarginskii: Abb. 344) sind Flugtauben von mittelgrober, schlanker Statur, die hoch und in lockeren Verbanden fliegen sowie anhaltend und ausdauernd purzeln und rollen. Der Kopf ist rund mii voller Stirn, der Schnabel mittellang und hell. Die Augen sind bei Einfarbigen hell

BULGARISCHER ROLLER. (Foto Wolters)

und bei weiben dunkel, die Augenrander nur schwach entwickelt und von heller Farbe. Die Schwingen ruhen auf dem Schwanz, der zusammen mit dem Rucken nach hinten abfallt. Die Laufe sind verhaltnismabig lang. Diese glattfuUigen und Ukopfigen Tauben gibt es einfarbig in allen Spielarten, auch rein weib, ferner schwingig. In ihrer Stimme fehlt wiederum das fur Tauben typische "R". Sie gurren tief, dabei hauptsachlich mit dem Vokal 0.

Die fruher schon einmal beschriebenen SILISTRAPURZLER sind dem Plevnaci Doppelkuppigen Tummler sehr ahnlich, dabei immer glattfuUig, mit breitem Schwanz und hangenden Flugeln. Sie kommen vorwiegend einfarbig vor.