11. CHINESISCHE TUMMLER

Chinesische Tummler variieren in viele verschiedene Rassen, die sich vorwiegend in Farbe und Zeichnung unterscheiden. Sie sind seit dem Jahre 1700 bekannt und wurden mehrfach beschrieben. Nach Europa kamen die ersten um 1960, einige Jahre fruher wurden sie in die USA eingefuhrt. Ihr Korpergewicht betragt 300U350 g. In China heiUen sie "Hu U", und jede Zeichnungsart hat ihren eigenen Namen. Dabei sind romantische Bezeichnungen wie "Winterkirschblute im Schnee", "Tigerhut", "Tuschring", "Punktchen", "Eisenbeschlagener Rabe", "Kupferbeschlagener Rabe" usw. gebrauchlich. An Zeichnungsarten gibt es viele Varianten. Allen gemeinsam ist die Korperform, eine normale Taubenfigur. Ein wesentliches Merkmal ist die Nasenkuppe. Sie ist ganz ungewohnlich, besteht aus kleinen, sehr dichten Federn und hat direkt uber der Nasenwarze ihren Ursprung. Die Federn bilden eine kleine, aber feste Kuppe, fast wie ein stumpfes Horn. Darum nannte sie Prof. Torol auch "Nashorn". Diese Nasenkuppe ist mit der Schnabelkuppe unserer Tauben nicht vergleichbar. Es gibt noch eine andere Art, bei der die Federn der Nasenkuppe von rechts nach links sowie von links nach rechts wachsen und sich in der Mitte kreuzen. Bei dieser Rasse stehen sie hoch, wie die Hande eines betenden Menschen.
Diese Nasenkuppen entstanden durch Mutation. Es kommen aber auch Tiere ohne Nasenkuppe vor. Chinesische Zuchter paaren in der Rege] Tiere mit grober Nasenkuppe an glattkopfige. Die Nasenkuppe vererbt sich dominant. Man hat fur jeden Farbschlag aller Zeichnungeformen exakte Beschreibungen ausgearbeitet und erkennt darin bei einigen Rassen auch Glattkopfige an, wobei die meisten nur in den Farben Rot und Schwarz existieren. Die Heimat dieser Tauben ist Peking und Umgebung.
Der Schnabel ist kurz und dick, dennoch lang genug, um ihre Jungen selbst aufziehen zu konnen. Seine Farbung ist abhangig von der Farbe des Kopfgefieders. Die groben Augen sind braunlich bis rotlich, der Augenrand glatt und hell. Der Hals ist mittellang und stark, der Rucken fallt nach hinten ab. Die Flugel werden zusammengelegt auf dem fest geschlossenen Schwanz getragen. Die Laufe sind mittellang und unbefiedert. Funfzehigkeit ist nicht fehlerhaft, sondern wird als Rassemerkmal angesehen, oft ist auch ein doppelter Daumenknochen vorhanden. Die Schnippigen weichen von anderen Farbschlagen durch einen breiteren Schwanz ab. Die chinesischen Tummler fliegen in Schwarmen annahernd zwei Stunden und werden auch zum Einfangen fremder Tauben verwandt. Ein ruhiger Flugstil wird angestrebt, und um diesen zu erreichen, wurden alle purzelnden Tauben ausselektiert. Sind die Aufwinde gunstig, erreichen sie grobe Hohen. Naturlich werden sie auch beim typischen Pfeiftaubensport eingesetzt, einer uralten Leidenschaft, der in China und einigen angrenzenden Landern nachgegangen wird. Dazu werden den Tauben kleine Pfeifen im Schwanz oder auf dem Rucken befestigt: die beim Flug hindurchstreichende Luft erzeugt verschiedene Pfeiftone. Je naher die Tiere um das Dach fliegen, desto lauter und melodischer klingen die Pfeifen. Diese sehr leichten Instrumente selbst sind kleine Kunstwerke, handgeschnitzt und auf verschiedene Tonhohen abgestimmt. Pfeifen von verstorbenen Herstellern werden zu hohen Preisen gehandelt und wie Kunstwerke gesammelt. So existieren in China noch Taubenpfeifen aus dem Jahre 1127. Sie werden aus verschiedenen Materialien wie getrockneten Kurbissen, Bambusrohr oder auch Schalen von Ginkgonusseii gefertigt. Die Pfeifen (siehe Abb. 438) sind papierdunn und leicht: die kleinsten haben die GroUe eines menschlichen Fingers, die grobten erreichen den Umfang einer menschlichen Hand. Die nur wenige Gramm leichten Pfeifen behindern die Tauben beim Flug kaum. Der Chinese Chang ShuiUcheng besitzt hunderte von kostbaren Taubenpfeifen, einige sogar aus der ChingU Dynastie (1127U1279) - rare Museumsstucke und kaum bezahlbar!

Die EINFARBIGEN CHINESISCHEN TUMMLER wurden erstmals 1960 in Rumanien eingefuhrt. Die Farben sollen kraftig sein. Man zuchtet sie in Rot. Schokoladenbraun, Schwarz, Gelb, Blau und weib sowie in Zwischenfarben. Eine Nasenkuppe soll immer vorhanden sein.

BUNTE CHINESISCHE TUMMLER sind durch Kreuzungen verschiedener Zeichnungen entstanden und unregelmabig gescheckt. In China werden sie als Flugtauben gehalten

WEISZSCHWINGIGE CHINESISCHE TUMMLER (Yu Ch'ih: Abb. 345) auch "weibschlage" genannt, stammen nach der chinesischen Beschreibung aus Peking. Sie sind mittelgrob mit rundem Kopf und Nasenkuppe. Die Augen leuchten purpurUrot. Der knapp mittellange Hals soll schonen Gefiederglanz zeigen. Sie kommen in Rot, Schwarz, Blau und Gelb vor. Die Schwungfedern der ersten Ordnung sind weib.

WEISZSCHWINGIGER CHINESISCHER TUMMLER. (Foto Scheide)

Einige Stamme dieser Rasse rollen und purzeln, besonders die blauen weibschlage gelten als gute Roller. Der chinesische Standard erlaubt nur einen Uberschlag nach hinten. Unter den weibschlagen sind auch belatschte Linien zu finden.

CHINESISCHE WEISZSCHWANZTUMMLER (Yin l Pa) entsprechen in der Korperform den Vorhergenannten. Man kennt nur Schwarze mit weibem Schwanz, wobei OberU und Unterschwanz (Keil) weib sein mussen. Eine Nasenkuppe ist immer vorhanden. Dieser Variante sind helle Augen eigen, und ihr Schwanz besteht aus 14 Steuerfedern.

CHINESISCHE WEISZSCHLAGUWEISZSCHWANZTUMMLERN vereinigen, wie ihr Name besagt, die Zeichnungsformen weibschlag und weibschwanz. In der Korperform etwas schlanker wirkend, kommen sie in allen vier Hauptfarben sowie belatscht sowohl mit weiben als auch mit farbigen Latschen vor. Die Belatschten werden kaum als Flugtauben gehalten, sondern gelten als Ziertauben.

Bei CHINESISCHEN WEISSKOPFTUMMLERN (Sze K' uasi YU) sind neben dem Kopf auch noch Schwingen und Schwanz weib. Sie kommen mit Nasenkuppe in den Farben Schwarz, Blau, Rot und Gelb vor. Eine weitere weibkopfvariante zeigt farbige Grundfarbe, aber weiben Kopf, Schwungfedern und Unterleib. Der Schwanz kann farbig oder weib sein. An Farbvarietaten unterscheidet man Schwarze, Rote. Gelbe sowie selten Blaue. Glattkopfige und Nasenkuppige gelten als gleichberechtigt.

CHINESISCHE WEISSBRUSTRINGUTUMMLER (Yu Haun) verkorpern das Gegenstuck zum farbigen Brustringtummler. Bei farbigem Gefieder ist der Hals bis zum Brustbein weib. Auch sie verfugen uber eine Nasenkuppe und werden in Schwarz, Rot und Gelb gezuchtet.

CHINESISCHE WEISSBAUCHTUMMLER (Han Ya) sind den Vorgenannten ahnlich, jedoch schliebt die weibe Zeichnung Bauch, Unterleib und Schenkel ein.

SCHILDIGE CHINESISCHE TUMMLER (Mo Hsiu) zeigen keine echte Schildzeichnung, denn auUer dem Flugelschild sind auch noch Hinterhals und Nasenkuppe sowie ein kleiner Rand unterhalb der Augen farbig. Es soll sich um gute Flugtauben handeln.

Die CHINESISCHEN WEISZSCHILDTUMMLER (Abb. 346) stellen keine richtigen weibschilder dar, denn auUer dem Flugelschild sind auch Unterleib und Schenkel weib. Die Schenkel zeigen mitunter farbige Hosen. Die Schwingen mussen nicht alle farbig sein, es genugen schon die ersten beiden Schwungfedern. Dagegen durfen alle Schwungfedern der ersten und zweiten Ordnung farbig sein. Wichtig erscheint den chinesischen Zuchtern, dab an jedem Flugel die gleiche Zahl farbiger Schwungfedern vorhanden ist (Schwingengleichheit). Diese Zeichnung in schwarzer Farbe heiUt in China "T'ieh ch'it", was so viel wie "mit Eisen beschlagene Raben" bedeutet. Bei roter Farbung werden sie "T'ung ch ih" genannt ("mit Kupfer beschlagene Raben"). Die Formulierung "beschlagen" bezieht sich immer auf die Farbe der Schwungfedern. Haben die Tauben dieser Zeichnung aut jeder Seite vier farbige Schwungfedern, werden sie zusatzlich "Shuang ezu ken" genannt (= doppelt vierfarbige Schwungfedern). Bei zwei bis funf farbigen Schwungfedern pro Flugel

CHINESISCHER WEISZSCHILDTUMMLER. schwarz (Foto Wolters)

ist auch "Sh'iao p'ang" (= mit wenigen Schwungfedern) gebrauchlich. Bei sechs bis zehn farbigen Schwungfedern in jedem Flugel spricht der Chinese von "1/2 ang" (= Tier mit vielen farbigen Schwungfedern). Wenn nun alle Schwungfedern der ersten und zweiten Ordnung farbig sind, was haufig vorkommt, werden Tiere im schwarzen Farbschlag "Vier Flecke von Eisen" und im roten "Vier Flecke von Kupfer" genannt. Diese Zeichnungsart existiert mit Nasenkuppe und glattkopfig in Schwarz und Rot. Gelbe sollen daruber hinaus selten sein, Blaue noch rarer vorkommen. In Deutschland ist der Chinesische weibschildtummler im schwarzen Farbschlag anerkannt. Schwingengleichheit wird vorlaufig noch nicht gefordert. jedoch angestrebt. Die Ruckenfarbe kann weib oder farbig sein.

Die CHINESISCHEN WEISSFLUGELTUMMLER sind in Schwarz und Rot. seltener in Gelb oder Blau vorhanden. Farbig sind bei diesen Tauben Kopf, Hals. Brust und Schwanz, weib der Rucken, Flugel, Unterleib und Schenkel. Diese Zeichnungsart ist um 1960 nach Rumanien eingefuhrt worden und wurde 1961 auch in Budapest ausgestellt. Bei schwarzer Farbung heiUt sie in China "Hei Wu" (Schwarzer Rabe) oder "Liane Tou Wu" (Zwei Flecken von Schwarz), in der roten Variante "Tzu Wu" (Roter Rabe), jeweils mit Nasenkuppe oder glattkopfig existierend. Die Augen sind meist orangefarbig, doch schatzen chinesische Zuchter Tiere mit dunklen Iriden mehr, die "Tou Wu" (Rabe mit bohnenfarbigen Augen) genannt werden.

Die GEELSTERTEN CHINESISCHEN TUMMLER prasentieren gleiche Zeichnung wie unsere Elstertummler und kommen hauptsachlich in Schwarz vor, andersfarbige sollen selten sein. Man kennt die Spielarten Glattkopfig und mit Nasenkuppe. Farbig sind Kopf, Hals, Brust, Rucken und Schwanz.

Die CHINESISCHEN FARBHALSTUMMLER sind aus den geelsterten entstanden. Bei ihnen sind lediglich Kopf, Hals und Brust farbig. In ihrer Heimat heiUen sie "Wu To" (Rabenhals). Wahrscheinlich wird aber nur der schwarze Farbschlag so bezeichnet. Neben Rot sollen Gelbe und Blaue kaum vorhanden sein, dabei ist wiederum glattkopfig oder mit Nasenkuppe anerkannt.

Die FARBSCHWINGIGUFARBHALSIGEN CHINESISCHEN TUMMLER entsprechen den farbhalsigen, zeigen jedoch auUerdem noch farbige Schwungfedern. Farbig sind also Kopf, Hals, Brust und Schwungfedern. Dabei genugt es, wenn in jedem Flugel die ersten beiden Schwungfedern farbig sind, es konnen aber auch alle Schwingen pigmentiert sein. Eine Nasenkuppe ist erwunscht, aber auch glattkopfige Tiere sind existent. Diese Zeichnungsart kommt in den Variationen Schwarz und Rot, seltener in Gelb und Blau vor.

Bei den WEISSHALSIGEN CHINESISCHEN TUMMLERN sind Hals, Brust, Bauch und Schenkel weib, farbig dagegen Kopf, Flugel einschlieUlich Schwingen und Schwanz. Auch sie werden fast nur in Schwarz und Rot gezuchtet. Die Zeichnung erinnert an diejenige unserer Strasser. Eine Nasenkuppe ist wiederum erwunscht, aber nicht immer vorhanden. Sie sollen in China recht selten vorkommen.

Die CHINESISCHEN FARBKOPFTUMMLER prasentieren bei weibem Grundgefieder nur Kopf, Schwungfedern und Schwanz farbig und sind mit und ohne Nasenkuppe meist in Schwarz und Rot bekannt.

Die CHINESISCHEN FARBNACKENTUMMLER (Lao Ho Mao = Tigerhut) sind jedoch keineswegs getigert. Diese Zeichnungsart ist die seltenste unter denen der chinesischen Tummler. Der Chinese Ho gibt an, dab sie erst in den letzten 80 Jahren entstanden sei. Auf weibem Grundgefieder sind Nasenkuppe, Oberkopf, Hinterhals, Schultern und Schwanz farbig. Das gesamte Gesicht der Taube ist aber nicht weib, denn die farbige Zeichnung geht in einem Winkel von der Schnabelkuppe bis zum Unterschnabel hinunter, in China "Hu Tzu" (Schnurrbart) genannt. Nach hinten zieht sich die Zeichnung bis zu den Schultern hinunter und von dort in kleinen Auslaufern an jeder Seite bis zum Flugelbug. Die Nasenkuppe ist etwas anders als bislang beschrieben entwickelt, denn die Federn wachsen von rechts nach links zur Mitte und stoUen zusammen "wie die Hande eines Betenden". Nach unserem chinesischen Informanten Yue sind in Peking gegenwartig nicht mehr als sechs bis sieben gute Tiere in schwarzer und hochstens ein bis zwei in guter roter Zeichnung vorhanden. Yue berichtet zudem, dab ein Zuchter in Peking vor einigen Jahrzehnten zwei Pferde fur ein Paar rote "Tigerhute" gegeben habe. Diese Rasse soll immer eine Nasenkuppe haben.

Die CHINESISCHEN BRUSTRINGTUMMLER (Abb. 347) sind wohl am bekanntesten. Sie werden auch in Amerika gezuchtet. Schwarze Brustringtummler heiUen "Mo Huan Ink", die roten Tiere "Mo Po Tzu Ink". Auch bei dieser Spielart sollen Gelbe oder Blaue kaum vorhanden sein. Auf weibem Grund ist nur der Brustring, auch Schulterring genannt, farbig, der die ganze Brust umschliebt und um den Hals herum verlauft. Damit dieser Ring nicht zu grob wird, werden reinweibe Tiere eingekreuzt: um Gegenteiliges zu erreichen, werden auch Farbhalsige verwendet. Die Brustringtummler haben immer eine Nasenkuppe, und zwar wachsen deren Federn von der rechten Seite nach links und von der linken Seite nach rechts. Dabei uberdecken erstere die Federn der linken Seite.

Die CHINESISCHEN TIGERHALSTUMMLER (Chin Hwa Po Tzu = Tigerhals. Tigerkopf) haben ein weibes Grundgefieder, wahrend Kopfplatte und Schwanz pigmentiert sind. Zudem ist der ubrige Teil des Kopfes farbig mit weiben Federn durchsetzt, der Hals hingegen genau umgekehrt gezeichnet, d. h. mit farbigen Federn durchsetzt. Auch sie werden wiederum fast nur in Schwarz und Rot gezuchtet, die Nasenkuppe ist abermals wie die Hande Betender geformt.

Die SCHWINGIGEN CHINESISCHEN TIGERHALSTUMMLER entsprechen den Vorgenannten, haben aber zusatzlich stets farbige Schwungfedern, wobei deren Anzahl unwichtig ist.

Die CHINESISCHEN TIGERTUMMLER sind am ganzen Korper getigert mit Ausnahme von Kopfplatte, Schwingen und Schwanz. Diese Zeichnungsart soll stets mit einer Nasenkuppe ausgestattet sein. Schwarztiger heiUen "Hei Hsueh Hwa" (= "Schwarzer Tiger mit Schneeflocken"), Rottiger analog dazu "Zzu Hsueh Hwa". Gelbe oder blaue Tauben sind nicht bekannt. Eine Nasenkuppe wird zumindest bei Ausstellungstieren gefordert.

CHINESISCHER SCHNIPPENTUMMLER, schwarz (Foto Wolters)

Die CHINESISCHEN SCHNIPPENTUMMLER (Tien Tzu: Abb. 348) sind neben dem Brustringtummler am weitesten verbreitet und bekannt. Auf weibem Grund sind nur Nasenkuppe und Schwanz farbig. In dieser Zeichnungsart sind auch Glattkopfige gleichberechtigt anerkannt, die eine farbige Stirnschnippe direkt uber dem Schnabel aufweisen. Die farbige Nasenkuppe wird,.Musca" genannt. Schnippentummler sind in China seit 1700 bekannt. Bei dieser Variante gibt es normalU und breitschwanzige

CHINESISCHER BRUSTRINGTUMMLER (Foto Wolters)

Tiere, die als gleichberechtigt anerkannt sind. Gezuchtet werden Schwarz und Rot sowie nach Prof. Peterfi auch Gelb, Blau und Kaffeebraun. AuUerdem sind Tiere mit zusatzlichen farbigen Schwungfedern oder solche, bei denen nur Nasenkuppe oder Stirnschnippe und Schwingen farbig, der Schwanz aber weib ist, gelaufig. Eine letzte Zeichnungsabwandlung zeigt schlieUlich bei ganz weibem Gefieder nur noch farbige Nasenkuppe oder Schnippe.

Die FARBSCHWUNZIGEN CHINESISCHEN TUMMLER sind weib mit farbigem Schwanz und kommen in Schwarz und Rot, seltener auch in Gelb oder Blau vor. Eine Nasenkuppe soll vorhanden sein, es gibt aber auch glattkopfige Exemplare.

Die BLAUEN CHINESISCHEN TUMMLER weichen von allen bisher beschriebenen Rassen ab. Es sind gute Hochflieger, unter denen vereinzelt noch rollende oder purzelnde Tiere vorkommen. Diese Rasse ist merklich kleiner und leichter als die bisher beschriebenen und wiegt nur ca. 300 g. Sie zeigt sich immer glattfuUig, meist auch glattkopfig und selten mit Nasenkuppe. Der Schnabel ist knapp mittellang. Man differenziert in Blaue mit schwarzen Binden, Blaugehammerte und Blaufahle mit dunklen Flugelbinden. Von diesen Tauben wird berichtet, dab sie bis zu 20 Stunden ununterbrochen fliegen konnten. In Gestalt und Haltung sehen sie wie zu klein und leicht geratene Brieftauben aus und werden als Flugtummler nur selten ausgestellt.

Die TAIWANU oder FORMOSATUMMLER stellen wahrscheinlich eine lokale Variante der Blauen Chinesischen Tummler dar, von denen sie sich nur durch eine dunklere Farbe unterscheiden. Diese Verdunkelung ist so massiv, dab man die schwarzen Flugelbinden kaum noch wahrnehmen kann. Auch sie sind ausdauernde Hochflieger.

Die FEDERFUSSIGEN TAIWANU oder FORMOSATUMMLER wiederum sind offensichtlich eine lokale Abwandlung der Belatschten Chinesischen Tummler. Sie besitzen entfernte Uhnlichkeit mit einer umfangreich belatschten Trommeltaube. dabei die typische chinesische Nasenkuppe aufweisend. Ihr Gefieder ist hart und liegt fest am Korper an. Auf Taiwan gibt es nur Rote, Rotfahle, Rotgescheckte und RotfahlUGehammerte, die allesamt als reine Ziertauben gelten.

Die BELATSCHTEN GLATTKOPFIGEN CHINESISCHEN TUMMLER sind aus Sudchina bekannt, werden aber auch in Peking gezuchtet. Ihre Korperform ist kurz und kompakt, Schnabel und Hals mittellang. Der Kopf ist rund und ohne Haube. Die Augen sind orangeU bis dunkelrot, die Augenrander breit und intensiv rot. Laufe und FuUe sind befiedert, regelrecht belatscht. Auch diese Rasse hat haufig funf Zehen. Nach Rumanien kamen 1960 reinschwarze Tiere. In China werden sie "Indische Tauben" genannt. AuUer den schwarzen Tieren sind Einfarbige in Rot. Gelb, weib und seltener Blau gelaufig.

Die BELATSCHTEN KAPPIGEN CHINESISCHEN TUMMLER sind wohl eine Variante der vorher beschriebenen. Sie tragen stets eine Muschelhaube und normal breite, graue Augenrander. Auch sie werden in China als "Indische Tauben" bezeichnet. Die Farbschlagpalette umfaUt Einfarbige in Rot, Gelb und weib. Weitere Spielarten sollen selten sein.