27. RUSSISCHE TUMMLER

Die Familie der russischen Tummlertauben ist sehr grob, was kaum verwundern kann, ilenn in RuUland werden seit mehr als 1000 Jahren Tauben gezuchtet. Um die Ubersicht nicht ganz zu verlieren, wurden auch die Rassen aus den asiatischen Republiken und den heute wieder selbstandigen baltischen Staaten einbezogen, die ja zum grobten Teil russischen Ursprungs sind. Russische Zuchter teilen ihre Tummler in "Turmani" (Tummler). "Vertuni" (Roller) und "Katchuni" (Werfer) ein. Verschiedene Rassen werden als "Positurtauben", also als Ausstellungstauben bezeichnet. Die meisten Tummler werden als Flugtauben gezuchtet. Standards gibt es nur fur einige Rassen. Die meisten zuchtet hingegen jeder so, wie sie ihm bzw. seiner naheren Umgebung gefallen. Daher sind die Unterschiede innerhalb der einzelnen Rassen oft so erheblich, dab man vorgestellte Exemplare im direkten Vergleich als Vertreter verschiedener Rassen ansehen konnte. Andererseits kommen Rassen mit verschiedenen Namen vor, die sich derart ahnlich sind, dab man sie kaum unterscheiden kann.

Die RUSSISCHEN NONNCHEN gelten als litauische Zuchtung, besitzen aber ohne Zweifel gemeinsame Abstammung mit den mitteleuropaischen Nonnchentummlern, denen sie in der Zeichnung weitgehend entsprechen. Uberwiegende Gefiederfarbe ist weib, wahrend Kopf ohne Haube, ein kleiner Latz. Schwungfedern und Schwanz farbig sind. Diese reichlich mittelgroben Tauben sind grober als unsere Nonnchen, dabei hochgestellt, stehen aufrecht und sind glattfuUig. Ihr Schnabel ist reichlich mittellang, die Augen perlfarbig. Falls eine Haube vorhanden ist, ist sie tief angesetzt und verlauft als Mahne bis zum Kopf. Die Schwingen werden auf dem Schwanz getragen. Russische Nonnchen kommen in allen Farbschlagen vor.

Die RUSSISCHEN KALOTTEN, auch als MOSKAUER KALOTTENTUMMLER (Abb. 528) bezeichnet, sind reichlich mittelgrob, stehen aufrecht und verfugen uber eine schlanke Figur. Der langliche Kopf verlauft zum Schnabel hin spitz zu. Die Augen sind perlfarbig, der Schnabel hellhornfarbig, der Hals lang und schlank. Sie besitzen eine federreiche, tief angesetzte Muschelhaube, doch gibt es auch glattkopfige Tiere. Die Flugel werden auf dem schmalen Schwanz getragen. Rucken und Schwanz bilden eine nach hinten abfallende Linie. Die Beine sind lang, Kopfplatte und Schwanz farbig. Die Begrenzungslinie der Kopfzeichnung verlauft vom Oberschnabel durch die Augen. Sie kommen in allen Farbspielarten vor, wobei man sie in der Ukraine mit ganz farbigem Kopf und lediglich weiber Haube zuchtet. Ferner sind unterschiedliche Schnabellangen zu differenzieren: "Enisenski" mit kurzem, "Kresnanski" mit mittellangem und "Monahi" mit langem Schnabel. In der Ukraine bevorzugt man die mittellange Version und nennt sie "Krymka". Mit glattfuUig, bestrumpft, leicht federfuUig und belatscht stehen auch in puneto Laufgefiederstruktur fast alle Moglichkeiten offen.

Die TULAER PLATTENTUMMLER (Abb. 529) nennt Rumans (1982) "Tulaer Kalotten". Da ihr Farbbild jedoch keine echte Kalottenzeichnung darstellt, werden die aus der russischen Stadt Tula stammenden Tiere hier als "Plattentummler" bezeichnet. Es handelt sich um mittelgrobe, schlanke Tummler mit knapp mittelhoher Stellung. Der gut gerundete Kopf mit betonter Stirnfulle wird von einer uppigen Rundkappe

TULAER PLATTENTUMMLER. rot (Foto Wolters)

RUSSISCHH KALOTTE (Foto Wolters)

eingerahmt. Die Iriden sind dunkel, der Augenrand glatt und hell. Der Schnabel ist knapp mittellang sowie moglichst dick und breit im Ansatz, leicht gesenkt und hellwachsfarbig. Die Kehle ist gut ausgeschnitten, der Hals mittellang. Die Brust ist breit und voll, der Rucken verhaltnismabig lang und fallt nach hinten leicht ab. Die Flugel werden auf dem Schwanz liegend getragen, der aus 12 oder mehr Steuerfedern besteht. Die Laufe sind immer glattfuUig. An Farbschlagen sind Rot und Gelb bekannt. Farbig sind deren Kopfplatte und Schwanz, letzterer mit weiber Schwanzbinde. Die Kopfzeichnung verlauft vorn Schnabelwinkel in moglichst gerader Linie bis zur Kappe. Zwischen Auge und Kopfplatte befindet sich ein weiber Streifen. Diese Tauben sind auch in Deutschland schon mehrfach ausgestellt worden.

TULAER TSCHLGRASSITUMMLER. marmoriert (Foto Wolters)

Die KASANER ELSTERTUMMLER, auch "Kasaner Panzertauben" geheiUen. weisen normale Elsterzeichnung auf und gleichen unseren Elsterpurzlern. Dabei i kommen sie in allen Farbschlagen vor.

URALKALOTTE, rot (Foto Marks)

Die URALKALOTTE (Abb. 530) stellt eine gedrungene, stark belatschte Taube dar. bei der Kopfplatte und Schwanz farbig sind. Die Begrenzungslinie der Kopfplatte verlauft vom Oberschnabel durch die Augen. Die Kappe ist weib. der Schnabel mittellang und hell, auch beim schwarzen Farbschlag. Gezuchtet werden Schwarz. Rot, Gelb und Blau.

Die TULAER TSCHEGRASSITUMMLER (Abh. 531) auch "Tschegraschi" genannt, sind Flugtummler. Mit Flugbeginn erheben sie sich schraubenformig in engen Kreisen in die Flohe. Der Kopf ist langlich und ohne Haube. Tschegrassi kommen mit gelben und dunklen Augen vor. Die Augenrander sind schmal, zart und hell. der Schnabel reichlich mittellang und meist dunkel. Die Schwingen werden auf dem Schwanz liegend getragen. Der Hals ist kurz, die Laufe mittellang, dabei entweder unbefiedert oder behost. Farbvariationen sind weib, Gescheckt oder Marmoriert. Bei letzteren ist der Kopf mit einem langen, bis zum Brustbein reichenden Latz farbig. der Hinterhals weib, die Schwungfedern dunkel oder gesaumt, das Flugelschild marmoriert. Der Schwanz kann farbig, weib oder gesaumt sein.

Die KALUGAER TSCHEGRASSITUMMLER verkorpern eine neuere Zuchtung und reine Ausstellungstauben. Bei ihnen sind nur der Kopf und ein fast bis zum Flugelansatz reichender Latz farbig. Die Augen sind bei allen Farbschlagen dunkel. Die Farbung des reichlich mittellangen Schnabels ist abhangig von der Gefiederfarbe. Die Laufe sind mittellang und kurz, aber dicht befiedert.

Die RUSSISCHEN ELSTERTUMMLER sind mittelgrobe, aufrechtstehende, schlanke Tauben mit langem Schnabel. Die Figur unserer langschnabligen Elstertummler ist bei ihnen noch nicht erreicht. Sie kommen in allen Farben vor und sind immer glattfuUig sowie glattkopfig.

Die KURSKER ELSTERTUMMLER aus der Stadt Kursk gleichen weitgehend dem deutschen Elsterpurzler. Ihr Farbbild weicht jedoch von der ublichen Elsterzeichnung ab: Sie zeigen an der Kehle einen weiben Fleck und weisen auch unter den Augen kleine weibe Flecken auf, die mitunter zusammenwachsen, so dab sich der Kopfzeichnung des Rschewer Sternschwanztummlers angenahert wird. Der Schwanz kann weib oder farbig sein. Die Augen sind perlfarbig, bei Tieren mit reichlich weiber Kopfzeichnung jedoch auch dunkel moglich. Die Schwingen ruhen auf oder hangen ganz leicht neben dem Schwanz. Schwanz und Rucken bilden eine nach hinten abfallende Linie. Die Laufe sind mittellang. dabei immer glattfuUig. Kursker Elstertummler sind Purzier und kommen in allen Farben vor.

Die VIRTUSKITUMMLER agieren als ausdauernde Hochflieger und gute Purzier. Haben sie eine gewisse Flughohe erreicht, losen sich einzelne Tiere aus dem Schwarm, steigen hoher und purzeln. Diese Rasse soll ursprunglich asiatischer Herkunft sein und ist reichlich mittelgrob sowie kraftig. Der Kopf ist rund und ohne Haube. Die Augen sind dunkelbraun, seltener hell, ihre Rander schmal und hell. Der Schnabel ist mittellang und ebenfalls hell, der Hals mittellang. Die starke Brust wird etwas gewolbt getragen. Der Rucken ist breit. Die Schwingen werden auf dem Schwanz liegend getragen. Die Laufe sind mittellang und glattfuUig. In der Regel reprasentieren Virtuski die Ganselzeichnung, dabei sind sie meist rot oder gelb.

Die LIBAUER TUMMLER (Abb. 532) sind Verwandte unserer OstpreuUischen Werfer, zeigen auch in etwa die gleiche Form und Haltung. Es handelt sich um kraftige, gedrungene Tauben mit aufrechter Gestalt bei einer Korperlange von 35 cm. Am Kopf befindet sich eine gut ausgebildete Muschelhaube. Die Augen sind perlfarbig. Der Schnabel ist mittellang und ebenso wie der Hals kraftig. Die Schwingen werden auf dem Schwanz liegend getragen. Die kurzen Laufe sind belatscht.
Libauer Tummler kommen nur weibschwanzig in Gelb. Rot und Schwarz, seltener in Blau vor. In Litauen sind diese Werfer, die sich beim Flug zu uberschlagen versuchen, gut durchgezuchtet.

Die LETTISCHEN WEISZSCHWUNZE ahneln dem Libauer, wobei ihnen nur die Haube fehlt. Sie sind mittelgrob mit rundem Kopf und mittellangem. heilUfleischfarbigem Schnabel bei Roten. Gelben und Schwarzen, der nur bei Blauen dunkelhornfarbig ist. Die Brust wird hervorstehend getragen, die Schwingen ruhen auf dem Schwanz. Die Laufe sind mittellang, glattfuUig oder nur leicht bestrumpft. Auch sie sind weibschwanzig und durften glattkopfige Verwandte der OstpreuUischen Werfer sein.

Die KURLUNDISCHEN WEISZSCHWUNZE stellen eine alternative Zuchtrichtung der vorher genannten Rassen dar. Reichlich mittelgrob, zeigen sie eine langgestreckte, schlanke Form. Der Kopf ist haubenlos, der Schnabel mittellang und bei allen Farbschlagen mit Ausnahme der Blauen hell. Die Augen sind perlfarbig. Die verhaltnismabig langen Flugel ruhen auf dem Schwanz. Die Laufe sind kurz und belatscht. In farblicher Hinsicht kennt man keine Einschrankung.

Die MASURISCHEN TUMMLER sind nach Berichten von Wasiljew seit 1915 verschwunden. Sie wurden zur Erzuchtung der Tschegrassitummler, der Nikolajewer Tummler und der Memelner Hochflieger verwendet. Diese Tauben besaUen sehr lange Schwingen und einen ebensolchen Schwanz sowie als ganz besonderes Merkmal Schwimmhaute zwischen den Zehen.

Die MASURIU oder MAZURITUMMLER sind trotz ihres ahnlich klingenden Namens nicht mit den Masurischen Tummlern verwandt. Es handelt sich vielmehr um schlanke, aufrechtstehende, hochgewachsene Tauben, bei denen nur helle Schimmel sowie helle und dunkle Tiger gelaufig sind. Diese Tauben erinnern in Form und Haltung an Danische Tummler, von denen sie wohl abstammen. Sie fliegen in engen Kreisen, ruhig und gelassen.

LIBAUER TUMMLER, geib (Foto Girdziunas)

RIGAER TUMMLER, blaushildig (Foto Wolters)

Die RIGAER TUMMLER (Abb. 533) kennen wir seit etwa 1860. In Riga nannte man sie zunachst "Russen", weil sie in einem Vorort von Riga (der ..Moskauer Vorstadt"), wo viele Russen lebten, entstanden sein sollen. Erst 1920 beschloU der Verein der Zuchter dieser Tauben, ihnen den Namen "Rigaer Tummler" zu geben. Unter diesem Namen waren sie fruher auch bei uns in Deutschland anerkannt, wo es im ostlichen Teil Zuchter dieser Rasse gab. In Riga sind diese Tauben in grober Zahl vertreten. Verwandtschaftlich stehen sie zwischen den schwedischen und russischen Tummlern. Obwohl ziemlich grob. stellen sie nicht nur Ausstellungstauben dar, sondern fliegen in weiten Kreisen und unterbrechen mit regelrechten Loopings. Bestimmte, sich seitwarts uberschlagende Tiere oder Zuchtstamme setzt man als Soloflieger ein.
Ihr Kopf ist langlich und verhaltnismabig schmal. Es gibt selten glattkopfiae Exemplare, die Mehrzahl ist spitzkappig. Die Tonung des langen, dunnen und geraden Schnabels ist abhangig von der Gefiederfarbe. Die Iriden sind sowohl gelblich als auch dunkel anerkannt. Der Hals ist mittellang, die Brust voll, rund und tritt etwas hervor. Der lange Rucken soll mit dem Schwanz eine nach hinten abfallende Linie bilden, wobei der Schwanz aus 12 bis 14 Steuerfedern besteht. Die Schwingen ruhen auf den Schwanzseiten. Die Beine sind mittellang, Laufe und FuUe kurz, aber ziemlich dicht befiedert.
An Farbschlagen und Zeichnungen sind zunachst einmal Einfarbige mit oder ohne weibe Flugelbinden in Schwarz, Blau, Gelb, Rot, Grau und Fliederfarbig sowie Reinweib zu verzeichnen. Die blauen Farbschlage weisen dunkle oder weibe Flugelbinden auf. Ferner sind weibe mit farbigem Flugelschild, dabei sowohl mit als auch ohne weibe Flugelbinden, und weibe mit farbigem Flugelschild und farbigem Schwanz, meist mit weiben Flugelbinden, vertreten. Schildige mit dunklen Flugelbinden sind selten. Die Variantenvielfalt runden Farbschwanze, weibschwanze. weibschwingige und Schwingigschwanze sowie Schecken ab. Am beliebtesten sind die schildiggezeichneten Tiere. Bei uns wurden Rigaer Tummler 1982 in Nurnberg nach langer Zeit erstmalig wieder ausgestellt.

Die SCHWARZUWEISSGESPITZTEN TUMMLER sind reine Flugtauben ohne besondere rassische Attribute mit rundem, glattem Kopf, hellen bis gelblichen Augen und mittellangem Schnabel. Sie prasentieren sich glattfuUig und verhaltnismabig tief gestellt, kommen dabei nur in schwarzer Farbe mit weiben Schwungfedern vor.

Die KIEWER TUMMLER (Abb. 534) werden auch "Kiewer Nonnchen" genannt und stellen Verwandte der Rigaer Tummler dar. In der Ukraine sind sie seit et\\a 1870 bekannt und heiUen in RuUland "Kievskie svetlie" oder auch "Monasenki". in der Ukraine "Kijivsk sivithy". Bei uns sind sie seit 1988 als "Kiewer Tummler" anerkannt. Es handelt sich um Truppflieger, die ziemlich hoch steigen. Sie zeigen den gleichen Flugstil wie Rigaer Tummler. In weit geflogenen Kreisen werden Loopings eingelegt, so dab ein gleichmabiger Truppflug kaum zustandekommt. Der Kopf dieser mittelgroben Tauben ist schmal, abgerundet, der Oberkopf langlich. Es gibt glattkopfige und kappige Exemplare. In Deutschland werden derzeit mir Spitzkappige gezeigt. Die Augen sind hier ebenfalls nur dunkel anerkannt. Der Augenrand ist schmal und blab, der Schnabel mittellang und nicht zu kraftig. Der Oberschnabel ist dunkel, der Unterschnabel hell, der Hals mittellang, durch den Kappenaufbau am Hinterhals starker erscheinend. Die breite Brust wird etwas hervorgedruckt getragen. Der Rucken fallt zum Schwanz hin leicht ab und wird nach hinten schmaler. Die Flugel liegen auf dem Schwanz. Die kurzen Laufe sind mit mittellanger FuUbefiederung und Geierfedern besetzt. Unter den Farbschlagen sind Schwarz und Blau in der Uberzahl. Die Blauen verfugen uber schwarze Flugelbinden. Kopf. Hals. Oberbrust, Unterrucken und vordere FuUbefiederung sind weib, das ubrige Gefieder einschlieUlich Stirnschnippe farbig. Hierzulande wurden diese Tauben erstmalig 1982 in Nurnberg ausgestellt.

KIEWER TUMMLER, schwarz (Foto Wolters)

Die NESCHINER TUMMLER sind Verwandte der Rigaer und Kiewer Tummler und diesen in der Korperform fast gleich. In RuUland werden diese Tauben "Nejinskie" und in der Ukraine "Neschin" genannt. Speziell im weiben Farbschlag sind sie fast nicht vom Rigaer Tummler zu unterscheiden, lediglich etwas kleiner. Ferner kennt man weibe mit farbiger Stirnschnippe, Latz und Schwanz. Diese Tauben werden fast nur glattkopfig gezuchtet. Die Laufe sind stark, aber kurz befiedert. Neschiner fliegen ruhig und gelassen 1U2 Sunden lang in kleinen Kreisen.

Die RUSSISCHEN SCHILDTUMMLER existieren in zahlreichen Rassen. Die Schildzeichnung scheint in RuUland sehr beliebt zu sein. Schildige Tauben heiUen dort "Cistie golubi", auch "Cistinie" und im Norden "Ciucari". Alle diese Rassen sind echte Tummler und hochstens mittelgrob. Ihr Kopf ist rund und stets ohne Haube, der Schnabel lang, dunn und in der Regel hell. Die Augenfarbung variiert bei den einzelnen Rassen von gelb bis dunkel. Die Augenrander sind teils rotlich, teils weib, dabei schmal und zart. Der Hals ist mittellang und schlank mit schon ausgeschnittener Kehle. Die Flugel werden auf dem Schwanz liegend getragen, der etwas breiter als normal ist. Die Beine sind mittellang. Etliche Rassen sind glattfuUig, nur wenige hingegen bestrumpft, leicht oder sogar stark belatscht. Diese weiben Tauben mit farbigem Flugelschild fliegen in kleinen Kreisen dicht um das Haus und konnen dies 2U10 Stunden lang durchhalten.

MOSKAUER SCHILDTUMMLER (Abb. 535) mit schlanker Form und kurzer FuUbefiederung kommen bei als "bleigrau" (wasserhell) bezeichnetem Flugelschild mit schwarzen, roten und auch mit weiben, schwarzgesaumten Binden vor. Ferner werden schwarze, rote oder gelbliche Flugelschilder bisweilen mit weiben Flugelbinden gezuchtet. Sie fliegen besonders im Winter gut.

MOSKAUER SCHILDTUMMLER. wasserhell (Foto Wolters)

Die KOSNACIUSCHILDTUMMLER (Abb. 536) zeigen als reine Ausstellungstauben eine sehr starke FuUbefiederung mit langen Latschen und kommen mit schwarzem, rotem, gelbem oder blauem Flugelschild vor.

NIKOLAJEWER HOCHFLIEGER, rotfahl-gescheckt (Foto Wolters)

KOSNACI-SCHILDTUMMLER. wasserhell (Foto Wolters)

Die TAMBOWEE-SCHILDTUMMLER weisen dunkle Augen auf. Ihr Beine sind kurz, ebenso die FuUbefiederung. Diese Tauben sind Soloflieger, die hoch aufsteigen und purzeln, indem sie sich nach hinten uberschlagen. Ihre Zeichnung ist nicht rein schildig, sondern bei weiber Grundfarbe ist der Kopf gescheckt, der Schwanz weib oder farbig gescheckt und das Flugelschild farbig. Am haufigsten sind blaugescheckte Exemplare, doch kommen auch andere Spielarten vor.

Die NAPEKIJ-SCHILDTUMMLER sind stets weib mit blau gehammertem Flugelschild, kommen mit oder ohne FuUbefiederung vor.

Die ST. PETERSBURGER SCHILDTUMMLER konnen sich als Hochflieger bis zu 8 Stunden in der Luft halten. Ihre Zeichnung ist weib mit farbigem Flugelschild. Sie sind glattfuUig oder weisen schwach befiederte FuUe auf, dabei aber immer glattkopfig, und entstanden erst nach 1945.

Die NIKOLAJEWER TUMMLER (Abb. 537) werden wegen ihrer guten Flugleistungen vielfach auch Nikolajewer Hochflieger genannt. Diese Rasse ist seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Ihre Vorfahren sollen auf dem Seeweg importiert worden sein, wobei man vermutet, dab sie von weibschwanzigen Tummlern aus Spanien abstammen. Das Hauptverbreitungsgebiet der Rasse liegt in der Ukraine, wo sie gern zum Flugsport verwendet werden. Sie fliegen sehr hoch und oft auch sehr lange. Diese Tauben steigen fast senkrecht auf. Beim Flug segeln sie und konnen zudem mit weit ausgebreiteten Flugeln, diese leicht bewegend, wie eine Lerche auf der Stelle stehen. Ihre einheimischen Zuchter nennen diese Befahigung "stojka" (stehen). Die Tiere werden in der Regel nur in 2 bis 3 Exemplaren zum Flug aufgelassen, wenn sie ihren speziellen Flugstil zeigen sollen. Dabei gewinnen sie ruttelnd, ohne Kreise zu fliegen, an Hohe. Bei ausreichendem Wind und entsprechender Thermik stehen sie "sichelnd" am Himmel. Beim Sicheln kommen die ausgebreiteten Flugel wie eine Siehe] vor dem Kopf zusammen.
Nikolajewer Tummler sind nnittelgrob, ihr Gefieder liegt aber nicht sehr fest um Korper an, wodurch sie grober erscheinen. Der kleine und abgerundete Kopf ist immer ohne Haube, der Schnabel mittellang, die Augen sind bernsteingelb. Die Schwingen werden leicht hangend neben dem breiten Schwanz getragen, der aus 14 bis 16 Steuertedern besteht. Die kurzen Beine sind immer unbefiedert. Es gibt diverse Zeichnungen und Farbschlage, aber die Mehrzahl ist weibschwanzig. wobei auch solche mit farbigen Ortfedern gezuchtet werden. Diese konnen eine weibe Binde zeigen. Ferner sind weibe Tiere mit farbiger Stirnschnippe ublich. sodann weibe mit dunklen Augen und zum Flug auch Einfarbige in allen Variationen. dabei auch Rote und Gelbe mit weiber Schwanzbinde. SchlieUlich kennt man auch Gescheckte und Marmorierte, letztere bei heller Grundfarbe mit farbigen Federn durchsetzt sowie mit gesaumten Schwingen und Steuerfedern. weibschwanzige sind in Mitteldeutschland mehrfach auf Ausstellungen gezeigt worden, ansonsten sind sie hierzulande als Flugtauben vorhanden.

Die NIKOLAJEWER PURZLER. vor allem in der Ukraine vorhanden, entstanden durch gezielte Zuchtwahl aus den soeben beschriebenen Nikolajewer Tummlern. denen sie auUerlich in jeder Hinsicht gleichen.

NIKOLAJEWER SCHILDTUMMLER. schwarz (Foto Marks)

Der NIKOLAJEWER SCHILDTUMMLER (Ahh. 538) ist eine Ausstellungsabarl der Vorgenannten und in RuUland sowie Polen schon mehrfach auf internationalen Ausstellungen gezeigt worden. In der Korperform sollen sie den Nikolajewer Tummlern entsprechen. Die Tauben sind knapp mittelgrob und zeigen waagerechte Korperhaltung sowie runden Kopf, dabei immer ohne Haube. Ihre Augen sind dunkel. Der Schnabel ist mittellang und hell, der Hals mittelgrob. Der Schwanz wird waagerecht gehalten. Die Flugel liegen seitlich auf dem Schwanz oder hangen leichi daneben. Der Schwanz besteht aus 14 bis 16 Steuerfedern. Die Zeichnung des Nikolajewer Schildtummlers ist weib mit farbigem Flugelschild und mit oder ohne farbige Stirnschnippe, dabei in allen Farbvarianten vorkommend. Es existiert auch ein etwa gleichgezeichneter Flugtyp, dessen farbige Gefiederteile aber oft nicht so scharf begrenzt sind. Diese Tiere stehen dem polnischen Schildtummler (Bok) nahe. Hierzulande sind gute Flugtiere vorhanden, die man mit 2 bis 3 Tieren, aber auch in kleinen Schwarmen auflassen kann.

Die UKRAINISCHEN HOCHFLIEGER sind verwandt mit dem Nikolajewer Tummler, von dem sie sich jedoch in der Korperform unterscheiden. Sie sind kleiner, tragen den Schwanz leicht erhoben und die Flugel hangend. Schwingen und Schwanz sind wesentlich kurzer als beim Nikolajewer. Man unterscheidet Einfarbige und weibschwanzige in allen Farben. In erster Linie sind die Ukrainer aber Flugtauben.

Die NIKOLAJEWER ROLLER sind mit dem Orientalischen Roller verwandt und diesem entsprechend ahnlich. Auch sie zeigen eine Amselstellung. Der Schwanz besteht aus wenigstens 14 Steuerfedern. Der Hals ist mittellang und ziemlich voll, der Kopf rund und immer ohne Haube, der Schnabel mittellang. Diese Tauben sind ziemlich tief gestellt und in der Regel glattfuUig. An Farbschlage und Zeichnungen sind alle denkbaren zugelassen, auch weibe mit farbigem Flugelschild. Es soll sich um gute Flugtauben handeln, die sich beim Flug haufig uberschlagen.

Die KIEWER WEISZSCHILDER, in der Ukraine "Kiev circuler" genannt, durften Verwandte der Wiener weibschilder sein. Diese kleinen Tauben sind zierlich, niedrig gestellt und mit rundem Kopf sowie kurzem Schnabel ausgestattet. Die hellen Augen werden von ziemlich breiten, hellen Randern umgeben. Der Hals ist mittellang. dabei am Kopf ziemlich dunn. Die Flugel sind kurz, die Schwingen ruhen auf oder hangen leicht neben dem Schwanz. Die Laufe sind kurz und stets unbefiedert. Bei farbigem Hauptgefieder und weibem Flugelschild kommen die Spielarten Rot und Gelb vor. Ausgestellt wurden sie u. a. auf dem 13. WeltgeflugelkongreU 1966 in Kiew.

Die KAUNAS-SCHMETTERLINGSTUMMLER reprasentieren kleine, tiefgestellte Tauben mit rundem Kopf und kurzem Schnabel. Ihre Augen sind perlfarbig, die Schwingen liegen auf dem Schwanz. Der Rucken bildet mit dem Schwanz eine abfallende Linie. Diese immer glattfuUige Rasse soll ahnlich wie Schmetterlinge fliegen. Einfarbig, auch blau mit schwarzen Binden, werden sie gezuchtet.

Die KIJUKITUMMLER sind tiefgestellte, glattfuUige Tauben, deren Kopf rund, deren Schnabel mittellang und hell ist. Die Iriden sind perlfarbig, umgeben von kaum entwickelten Augenrandern. Diese Tauben zeigen eine gestreckte Form mit langen Schwingen und langem Schwanz, wobei die Schwingen leicht neben dem Schwanz hangen. Sie sind vorwiegend einfarbig gelaufig.

Die ORLOWTUMMLER (Abb. 539) stellen eine der altesten russischen Taubenrassen dar. Sie wurden vom Grafen Orlow. einem Gunstling von Katharina der GroUen, erzuchtet. In ihren Adern fliebt das Blut der alten Indianertaube. Die Orlowtummler waren fruher die grobten Vertreter dieser Gruppe und wurden erst spater kleiner gezuchtet. Heute zeigen sie sich reichlich mittelgrob und prasentieren eine etwas massige und langgestreckte Figur. Der Kopf ist leicht wurfelformig, mit breiter, steiler, gewolbter Stirn ausgestattet. In der Regel sind sie glattkopfig und nur sehr selten mit einer Haube versehen. Der kurze Schnabel zeigt am Unterschnabel eine kleine Warze. Die hellen Schnabelwarzen sind gut ausgebildet und fur einen Tummler ziemlich grob. Die groben Augen sind perlfarbig, ihre Rander sehr breit, weib, aber nicht wulstig. Der Hals ist kurz und dick mit schon ausgeschnittener Kehle, der lange Rucken bildet mit dem Schwanz eine leicht abfallende Linie. Die Laufe sind kurz und kraftig, dabei immer unbefiedert. Die Schwingen werden leicht hangend getragen, sollen dabei aber den Boden nicht beruhren. Zum Farbschlagrepertoire gehoren Einfarbige in allen Variationen, auUerdem weibschwingige und Bartchen, die etwa sechs weibe Handschwingen zeigen sollen. Sie verfugen auUerdem uber einen weiben Afterfleck. Diese Tauben waren bei uns fruher auch bekannt, verschwanden aber wahrend des Zweiten Weltkriegs.

Die ORJOLER TUMMLER sind um die Jahrhundertwende in der Stadt Orjol erzuchtet worden und gelten als eine zuchten seh verfeinerte Form der Orlowtummler. Der Kopf dieser mittelgroben Tauben ist klein, kantig, mit breiter und steiler Stirn. Eine tiefangesetzte Kappe ist fast immer vorhanden. Die groben und ausdrucksvollen Augen sind dunkelbraun, der Augenrand breit, zweireihig, aber zart. Leicht cremefarbiger Augenrand, ebenso wie eine kleine Warze am Unterschnabel, ist kein Fehler. Der kurze, dicke und stumpfe Schnabel bildet zur Stirn einen stumpfen Winkel. Die Schnabelwarzen sind gut entwickelt. Der Hals ist mittellang. Die schon gewolbte Brust tritt etwas hervor. Der Rucken wird fast waagerecht getragen. Die Flugel sollen am Schwanz anliegen oder leicht unter dem Schwanz hangen, dabei aber den Boden nicht beruhren. Der Schwanz wird leicht gefachert getragen. Diese Tauben werden vorwiegend in weib und Fahl gezuchtet und erinnern etwas an Movchen, die wohl einmal eingekreuzt worden sind.

ORLOWTUMMLER, schwarz (Foto Wolters)

Die WEISSEN ARCHANGELTUMMLER kommen den echten Orlowtummlern recht nahe. Es handelt sich um weibe, glattfuUige und glattkopfige Tauben mit rundem Kopf und kurzem Schnabel. Nasenwarzen und Augenrander sind kraftiger entwickelt als bei anderen Tummlern. Die Farbe der Augen ist gelblich.

Die TULAER KUFERTUMMLER, schwarze Tauben mit intensivem Gefiederglanz, reprasentieren eine alte Rasse, die schon sehr selten geworden war, aber 1973 in Moskau wieder ausgestellt wurde. Kleiner als die Orlowtummler. ist diesen mittelgroben Tauben eine zarte Form eigen. Der wurfelformige Kopf ist mit breiter, steiler und hoher Stirn versehen. Am Hinterkopf befindet sich eine tief angesetzte Kappe. Die Augen sind grob und perlfarbig, ihr Rand breit, zart und hell. Der helle Schnabel ist kurz, dick, stumpf und etwas nach unten gerichtet. Die weiben Schnabelwarzen sind gut entwickelt. Der Hals ist verhaltnismabig kurz und dick. Die breite Brust tritt schon gewolbt hervor, der Rucken fallt nach hinten leicht ab. Die Flugel werden auf dem Schwanz liegend getragen. Die Laufe sind ziemlich kurz und glattfuUig, die Krallen hell. Es gibt ausschlieUlich den Farbschlag Schwarz, der mit grunlichem Bronzeglanz, besonders an Brust und Hals, ausgestattet ist.

GRIWUNTUMMLER. schwarz (Foto Wolters)

Die MOSKAUER GRIWUNITUMMLER (Abb. 540) auch PERMER GRIWUNITUMMLER oder NORDLICHE GRIWUNITUMMLER genannt, sind unter dem Namen "GRIWUNTUMMLER" auch in Deutschland als Ausstellungsrasse anerkannt. "Griwuni" bezeichnet dabei eigentlich nur ihre Zeichnung, die bei weibem Gefieder durch einen farbigen Nackenfleck charakterisiert ist. Diese Zeichnung kommt auch bei anderen russischen Tummlern vor, so dab die Bezeichnung "Griwuni" eigentlich nur mit einem Zusatz verwendet werden sollte. Die Moskauer Permer oder Nordlichen Griwuni sind seit dem 19. Jahrhundert in RuUland als Flugtauben bekannt, die man sowohl zu Truppfliegern als auch zu Solofliegern abrichten kann. Diese vitalen, mittelgroben Tauben mit kraftigem Korperbau sind ziemlich tiefgestellt und langgestreckt. Ihr Kopf ist klein, langlich, flach, ohne Kanten und schon abgerundet, der Schnabel mittellang, gerade und hell. Die Schnabelwarzen sind klein und weib, die Augen dunkel, ihr Rand hell und schmal. Der mittellange Hals soll nicht zu dunn sein. Die Brust ist breit und gut gerundet, der Rucken breit, leicht abfallend und durch die Flugel gut gedeckt. Diese sind lang, wobei die Schwingenspitzen fast das Schwanzende erreichen und auf dem Schwanz ruhen. Die Laufe sind kurz und stets glattfuUig, die Krallen hell. Es gibt ausschlieUlich weibe Tiere mit farbigem Schulterfleck in allen Hauptfarben, der im Genick bzw. uber der Schulter beginnen und moglichst dreieckig bis oval oder rhombenformig und exakt begrenzt sein soll.

Die oft als SUDLICHE GRIWUNITUMMLER bezeichneten Tauben entsprechen den vorher genannten mit dem Unterschied, dab sie einen breiteren, leicht erhobenen Schwanz aufweisen und die Schwingen unter dem Schwanz hangend tragen.

Die ODESSAER GRIWUNITUMMLER sind dem Sudlichen Griwunitummler ahnlich.

Die NEWJANSKER GRIWUNITUMMLER kommen auch kappig vor, prasentieren den farbigen Nackenfleck und zudem einen farbigen Schwanz. In ihrer Korperform dem Sudlichen Griwunitummler gleich, verfugen sie aber uber einen breiten Schwanz und tragen die Flugel hangend. Sie kommen aus der Gegend um Baku.

Die TSCUGABITUMMLER sind blaue Tauben mit weibem Kopf und sollen besonders gute Purzier sein.

EINFARBIGER MOSKAUER TUMMLER. (Foto Wolters)

Die EINFARBIGEN MOSKAUER TUMMLER (Abb. 541) waren fruher gute Flugtauben, sind aber inzwischen weitgehend zu Ausstellungstauben geworden. Ihr stets glatter Kopf ist klein und abgerundet sowie mit einer hohen Stirn ausgestattet. Die Augen sind hell bis weiblichUblau, sogenannte "Milchaugen", ihre Rander breit, hell und leicht warzig. Der Schnabel ist kurz und dick. Auch die Schnabelwarzen sind leicht warzig. Der Hals ist mittellang, die Brust voll, tritt aber nicht hervor. Die Schwingen werden hangend neben dem Schwanz getragen; nur selten liegen sie locker auf den Schwanzseiten auf. Der Schwanz ist breit. Die Beine sind kurz, Laufe und Zehen unbefiedert. An Farbschlagen sind Einfarbige in Rot, Gelb, Schwarz und weib sowie weibschwanze, weibschlage, Schwingigschwanze und Schecken zu nennen.

Die GRAUEN MOSKAUER TUMMLER zeigen eine aschrote Grundfarbe, wahrend Schwanz und Schwingen mausgrau sind. Den Schwanz schmuckt eine hellere Binde. In der Korperform entsprechen sie den Vorgenannten.

Die EINFARBIGEN MOSKAUER STERNSCHWANZTUMMLER sind bei gleicher Korperform rot, Schwungfedern und Schwanz dabei hellrot. Letzterer verfugt uber eine weibe Schwanzbinde.

Die MOSKAUER SHARITUMMLER entsprechen ebenfalls in der Korperform den Vorgenannten, sind am ganzen Korper rotbraun mit grunlich bronzefarbigem Glanz. Auch sie weisen eine weibe Schwanzbinde sowie weibe Schwungfedern auf.

Die MOSKAUER BURTCHENTUMMLER entsprechen den Einfarbigen. Farbig mit weibem Kehlfleck und weiben Schwungfedern, gibt es zudem auch eine Abwandlung zusatzlich mit weiben Backen.

Die GRAUROTEN MOSKAUER TUMMLER reprasentieren eine der altesten russischen Taubenrassen. Bei etwas uber mittelgrobem Korperbau ist der Kopf leicht wurfelformig und immer ohne Haube, dabei mit hoher, steiler Stirn ausgestattet. Der Nacken fallt senkrecht ab. Der kurze, hellUfleischfarbige und stumpfe Schnabel wird etwas nach unten gerichtet getragen. Haufig ist er in der Mitte nicht geschlossen, was "papageienartig" genannt wird. Die Augen sind dunkel, sogenannte "Kirschaugen". Die Augenrander sind hell. zart, glatt und ziemlich breit. Der Hals ist verhaltnismabig lang und schlank, besonders unmittelbar am Kopf. Die breite Brust tritt etwas hervor. Der Rucken ist lang und fallt zum Schwanz hin ab. Der ganze Korper zeigt eine langlichUovale Form (eiformig). Die Beine sind kurz und kraftig, Laufe und Zehen unbefiedert. Die Flugel sind sabelartig geformt, und die Schwingen sollen unter dem langen und breiten Schwanz postiert werden, der etwas ausgebreitet und erhoben getragen wird. Diese Tauben sind graurot, d. h. Kopf, Brust sowie die dem Kopfe naheliegenden Teile des Halses und Ruckens einschlieUlich Flugelschild sind dunkelrot mit viel violettem Glanz. Die ubrigen Gefiederteile gehen zum Schwanz hin allmahlich in eine unreine rotblaue Farbe uber. Die ersten 5U10 Schwungfedern der ersten Ordnung an jedem Flugel sind weib. die Steuerfedern weibgrau. Graurote Moskauer stellten einst die beliebteste Taubenrasse in ganz RuUland dar, und vor dem ersten Weltkrieg wurden fur gute Exemplare einige tausend Goldrubel bezahlt. Heute sind sie nur noch wenig verbreitet.

Die MOSKAUER PERLTUMMLER, in RuUland auch "schwarzscheckige Perltummler" bzw. "rotscheckige Perltummler" genannt, gehoren jetzt zu den Seltenheiten. Fur gute Tauben werden in RuUland hohe Preise gezahlt. Fur die Rasse wurde im Heimatland schon 1912 eine genaue Musterbeschreibung aufgestellt, was wohl beweist, wie sehr den Zuchtern an dieser Rasse gelegen ist. Schon 1891 wurden in Moskau erstklassige Exemplare ausgestellt. In deutscher Fachliteratur wurden sie zuerst 1925 von Blinow beschrieben. Diese Tauben sind verwandt mit den Sternschwanztummlern, denen sie in der Korperform ahnlich sind. Bei mittelgrober Statur ist ihnen ein kleiner Kopf eigen, der etwas wurfelformig mit abgerundeten Kanten, dabei ohne oder auch mit Haube, ist. Falls vorhanden, so soll es eine Muschelhaube sein, die von Ohr zu Ohr reicht. Die Stirn soll hoch und steil sein. Helle Perlaugen werden von zarten, hellen Augenrandern umgeben. Der helle Schnabel ist kurz und dick; bei schwarzen Tieren ist grauschwarzer Oberschnabel zugelassen. Der Hals ist mittellang. Die Schwingen liegen locker auf den Schwanzseiten oder hangen leicht neben dem Schwanz, der aus mehr als 12 Steuern besteht und ausgebreitet und leicht erhoben getragen wird. Die Beine sind kurz, Laufe und Zehen unbefiedert. Bei Schwarz, Rot und Gelb als Farbvarianten sind verschiedene Zeichnungsformen zu registieren, und man unterscheidet Tauben mit farbigem Gefieder und weiben Federn sowie weibe Tiere mit farbigen Federn auf dem Flugelschild. Die Farbigen sollen je einen weiben Fleck uber den Ohren, weibe, moglichst gleichmabige Flecken auf den Flugeln und weibe Schlagfedern besitzen. Es ist erwunscht, dab die Schwungfedern abwechselnd weib und farbig ausfallen. Diese Schwingenzeichnung heiUt in RuUland "Watolina". Der Schwanz soll farbig sein. Der schwarze Farbschlag hat angeblich seinen Ursprung mit dem Geelsterten Moskauer Tummler gemeinsam. Rote und gelbe Farbvarianten stammen vom Sternschwanztummler ab. Die "Perltummler auf weib" sind genau umgekehrt gezeichnet, also Grundfarbe weib, dabei uber jedem Ohr ein farbiger Fleck und auch auf den Flugelschildern farbige Flecken. Die Schwungfedern sollen nach Moglichkeit abwechselnd weib und farbig sein, sind jedoch zumeist weib. Der Schwanz ist weib.

Die GEELSTERTEN MOSKAUER TUMMLER (Abb. 542) sind in RuUland am weitesten verbreitet. In Moskau werden sie "Schwarzscheckige Moskauer Tummler" genannt, obwohl es auch Rote gibt. In anderen Teilen RuUlands, besonders in der Stadt Kalenin, heiUen diese Tauben "Geelsterte Moskauer Tummler". Die Rasse wurde vom Grafen Orlow geschaffen, der Englische Kurzschnablige BartchenUtummler mit Grauen Moskauer Tummlern und Orlowtummlern kreuzte. Von den Orlowtummlern blieben als Erbgut die breiten Augenrander und die groberen Schnabelwarzen erhalten. Diese Tauben waren ursprunglich reine Flugtauben, die auch purzelten. Heute sind sie zur beliebtesten Ausstellungsrasse RuUlands geworden.
Bei mittelgrobem Korperbau ist der Kopf leicht wurfelformig mit abgerundeten Kanten und hoher Stirn. Eine Kopfplatte soll so stark ausgepragt sein, dab man ein IOUKopekenUStuck darauflegen kann, ohne dab es herunterrutscht, sagen die Zuchter. die ubrigens schon 1912 die erste Musterbeschreibung fur diese Rasse aufstellten. Die Schwarzgeelsterten sind selten kappig, bei den Rotgeelsterten sind kappige Tiere hingegen haufiger. Die dunklen Augen werden von ziemlich breiten, leicht warzigen Augenrandern umgeben. Der Schnabel ist kurz, dick und hell, der Hals mittellang,

GEELSTERTER MOSKAUER TUMMLER, schwarz (Foto Wolters)

die Flugel lang, wobei die Schwingen hangend neben den Schwanzseiten getragen werden, aber nicht am Boden schleppen sollen. Der breite Schwanz besteht aus mehr als 12 Steuerfedern und soll leicht ausgebreitet sowie angehoben getragen werden. Die Beine sind kurz, Laufe und FuUe unbefiedert. Nach der Musterbeschreibung sind Flugel, Backen, Kinn, Bauch, Unterleib und Oberschenkel bis zum Schwanz weib. Die untere Schwanzdecke darf weib oder farbig sein. Tiere mit farbigem Kopf werden neuerdings in getrennten Klassen ausgestellt. Ebenso sind Exemplare mit weibem Schwanz schon in getrennten Klassen gezeigt worden. Sie wurden mit dem Eigennamen WEISZSCHWUNZIGE GEELSTERTE MOSKAUER TUMMLER prasentiert. Farbiger Schwanz mit weiber Schwanzbinde darf auf keinen Fall vorhanden sein. Diese Tauben sind nur in Schwarz und seltener in Rot bekannt.

Die JASCHITUMMLER gehoren zu den altesten russischen Rassen und stellen sich als am ganzen Korper einfarbig braunlichUrote Tauben mit weiber Schwanzbinde vor. Diese Tauben sind sehr selten und tragen die Schwungfedern hangend neben dem Schwanz.

Die EINFARBIGEN GRAUEN MOSKAUER STERNSCHWANZTUMMLER entsprechen den bereits beschriebenen Einfarbigen Moskauer Tummlern in der Korperform. Das Gefieder ist aschrotgrau, Schwungfedern und Schwanz sind heller, also grau bis mausgrau. Den breiten Schwanz zeichnet eine hellere Binde. Die Schwingen werden hangend neben dem Schwanz getragen. Diese Rasse ist selten geworden.

Die PACHOWSCHEN TUMMLER prasentieren die gleiche Korperform wie die Vorgenannten. Bei aschroter Hauptfarbe sind die Schwungfedern grau, der Schwanz weib. Die Tauben wurden schon 1922 beschrieben, sind jedoch genauso selten wie damals geblieben.

MOSKAUER STERNSCHWANZTUMMLER, rot (Foto Wolters)

TULAER STERNSCHWANZTUMMLER, rot (Foto Wolters)

Die MOSKAUER STERNSCHWANZTUMMLER (Abh. 543) entsprechen den Geelsterten Moskauer Tummlern, zeigen jedoch eine weibe Schwanzbinde. Von den anderen Sternschwanztummlern unterscheiden sie sich durch starkere Augenrander. Zu registrieren sind sie fast nur in Kirschrot. Von Schwarzgeelsterten mit weiber Schwanzbinde wurde zwar schon berichtet, aber ihre Existenz konnte nicht nachgewiesen werden.

Die MOSKAUER PERLUSTERNSCHWANZTUMMLER sind mittelgrobe Tauben mit kleinem, wurfelformigem Kopf, hoher Stirn und meist ohne Haube. Die Augen sind perlfarbig, FuUe und Laufe unbefiedert. Die Schwungfedern werden meist hangend getragen. Bei fast immer roter Grundfarbe sind Schwanzbinde und Schwungfedern weib, wahrend das farbige Flugelschild mit einzelnen, kleinen. weiben Federn (Perlen) durchsetzt ist. Diese Rasse wurde schon 1925 von Blinow aus Riga beschrieben; danach kennt man auch eine Abwandlung mit farbigem Schwanz ohne weibe Schwanzbinde.

Die GRAUEN MOSKAUER STERNSCHWANZTUMMLER sind dem Rschewer Sternschwanztummler ahnlich, jedoch etwas breitbrustiger und mit langerem Hals. Die Stirn dieser Tummler ist auUerdem hoher. Die Augen sind dunkel. Der Schnabel ist kurz. Die Schwingen werden hangend unter dem Schwanz getragen. Die Rasse erweist sich als geelstert mit weiber Kopfzeichnung. Dabei sind Kopf, Hals, Rucken und Schwanz farbig. weib am Kopf sind ein Bartchen unter dem Schnabel und die Backen. Die weibe Zeichnung besteht aus einem Stuck, beginnt unterhalb des Schnabels, lauft zu den Backen hinauf und bis um die Augen herum. AuUerdem ist die Schwanzbinde weib. Diese Tauben kommen in aschroter und braunlicher Farbe mit intensivem grunlichen Metallglanz besonders am Hals vor.

Die TULAER STERNSCHWANZTUMMLER (Tulskie lentoczne: Abb. 544) sind gute Purzier und stellen die Vorfahren der Rschewer Sternschwanztummler dar. In ihrer Heimat, die sudlich von Moskau liegt, sind sie seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Inzwischen sind sie auch in Deutschland als Ausstellungstauben anerkannt. Es handelt sich um mittelgrobe, schlanke Tummler mit niedriger Stellung, stets glattkopfig und glattfuUig. Typisch ist der etwas hochgetragene Schwanz mit weiber Binde. Der Kopf erscheint durch den flachen Scheitel und die breite, hohe und steile Stirn fast wurfelformig. Die Augen sind grob, ausdrucksvoll und perlfarbig, ihr Rand glatt und grau. Der mittellange, dicke und stumpfe Schnabel wird etwas nach unten gerichtet und ist hornfarbig, der Hals mittellang, die Kehle schon ausgerundet. Die breite Brust wird etwas vorgewolbt getragen. Der Rucken ist ziemlich lang und abfallend. Die langen Flugel werden unter dem Schwanz getragen, durfen aber keinesfalls auf dem Boden schleifen. Der ebenfalls lange Schwanz wird leicht angehoben sowie etwas ausgebreitet getragen und besteht aus 12 bis 16 Steuerfedern. Das Farbschlagkontingent beschrankt sich auf Rot und Gelb. Die Farben sollen aber rein und moglichst glanzreich sein. Erstere sind bei hell auslaufenden Schwingen dunkelrotbraun. Vor dem farbigen Ende des Schwanzes zieht sich uber alle Steuerfedern eine moglichst breite, scharf begrenzte, weibe Binde hin. Tulaer Sternschwanztummler sind besonders in den baltischen Staaten haufig anzutreffen. Dort zuchtet man sie in verschiedenen Rotabstufungen wie HellU, DunkelU, Kirschrot. Kastanienbraun und Gelb.

Die RSCHEWER STERNSCHWANZTUMMLER (Ahh. 545) stammen aus der Stadt Rschew (Rzev) an der Wolga, nordwestlich von Moskau gelegen. Nach der Fachliteratur sind sie seit dem 17. Jahrhundert bekannt. In Deutschland kannte man sie schon 1920, und nach 1945 wurde sie wieder eingefuhrt. Heutzutage treffen wir sie auf den meisten groberen Ausstellungen an. Es handelt sich um mittelgrobe, schlanke, immer glattfuUige Tummler mit niedriger Stellung. Charakteristisch ist der etwas erhoben getragene Schwanz mit weiber Schwanzbinde. Der Kopf wirkt durch den flachen Scheitel und die breite, hohe und steile Stirn fast wurfelformig mit abgerundeten Kanten, entweder glatt oder mit Rundhaube verseU

RSCHEWER STERNSCHWANZTUMMLER. rot (Foto Wolters)

hen. Die Augen sind grob, ausdrucksvoll und dunkel, der Augenrand glatt, aber ziemlich breit, blab bis rahmfarbig. Der fleischfarbige Schnabel ist mittellang, dick und stumpf, dabei etwas nach unten gerichtet, der Hals mittellang, die Kehle gut ausgerundet. Die breite und gut gerundete Brust wird etwas hervorgewolbt getragen. Der Rucken ist lang und abfallend. Die Flugel werden unter dem langen Schwanz postiert, der leicht angehoben sowie etwas ausgebreitet ist und aus 12 bis 16 Steuerfedern besteht. Die Laufe sind kurz und unbefiedert. Das Gefieder soll glatt und dicht am Korper anliegen. Anerkannt sind die Farbschlage Rot und Gelb in dunkler oder hellerer Tonung: dunkles Rot wird jedoch bevorzugt. Die Farben sollen rein und glanzreich sein. Zur normalen Elsterzeichnung kommt noch die weibe Kopfmaske hinzu, eine weibe Augenumrandung mit Bart und Backen. Vor dem farbigen Ende des Schwanzes befindet sich eine moglichst scharf begrenzte, weibe Binde. Man hat schon oft versucht, blaue und schwarze Sternschwanztummler zu zuchten, doch ist das bisher nicht gelungen. Die weibe Schwanzbinde ist genetisch an den Erbfaktor "Libanonbronze" gekoppelt. Dieser Faktor bewirkt auch die intensiv glanzende Gefiederfarbe.

Die SIZRANER oder SSIARANER TUMMLER (Abb. 546) sind eine sehr alte Rasse. Sie wurde nach der russischen Stadt Sssisaranj benannt. Als Sizraner Sternschwanztummler wurden sie schon 1915 von Schmaikin in der russischen Fachzeitschrift "Geflugelwirtschaft" ausfuhrlich beschrieben, wonach sie damals schon langer als 50 Jahre bekannt waren. Es gab drei Farbschlage: Schwarz, Rot und Gelb. Der Schwanz wies jeweils eine weibe Binde auf. Die Schwarzen waren nicht lackschwarz, sondern grau gefarbt, und die Schwanzbinde war nur grauweib angedeutet. Spater wurden diese Farbschlage in satteren Farben gezuchtet, wobei die weibe Schwanzbinde bei den Schwarzen verschwand. Diese Rasse wurde 1920 auch im "Taubenzuchter" beschrieben und entstand aus Kreuzungen von Kasaner Tummlern mit Rschewer Sternschwanztummlern und Geelsterten Moskauer Tummlern. Diese tiefgestellten, rundlich wirkenden, kleinen Tauben sind leicht zitterhalsig und mit Flangeflugeln ausgestattet. Der Kopf ist langlich rund, die Stirn dabei nicht sehr

SIZRANER TUMMLER, rot (Foto Wolters)

breit. Der Rand der dunklen Augen ist schmal und hell, der Schnabel mittellang und hell. Die Nasenwarzen sind nur wenig entwickelt. Der Hals ist schlank mit leichter Krummung, die Brust voll und gut gerundet. Der Rucken bildet mit dem Schwanz einen ovalen, hohlen Bogen. Die Flugel werden hangend, fast den Boden beruhrend, getragen. Der Schwanz wird angehoben und soll breit, aber nicht gewolbt sein sowie aus mehr als 12 Steuerfedern bestehen. Bei dem roten und gelben Farbschlag soll jeweils eine moglichst breite weibe Schwanzbinde vorhanden sein, wahrend diese bei den Blauen und Schwarzen fehlt. Laufe und FuUe sind glockenformig belatscht. Die Zeichnung ist geelstert mit einem schmalen, weiben Streifen um die Augen herum, den Backen und einem nicht zu groben Bart unter dem Schnabel.

WOLGAUPOSITURTUMMLER, rot (Foto Wolters)

Die WOLGAUPOSITURTUMMLER (Abb. 547) sind erst nach 1945 aus Kreuzungen von Rotscheckigen (geelsterten) Moskauer Tummlern mit Kasaner Tummlern entstanden. Vermutlich gelten Sizraner und Wolgatummler in RuUland als eine Rasse, die lediglich in verschiedenen Zuchtrichtungen vorkommt. Der Standard verlangt eine tiefgestellte, leicht zitterhalsige Taube mit Hangeflugeln. Der Kopf ist langlich rund, die Stirn nicht sehr breit. Der Augenrand der hellgelben oder bei weiber Gesichtsmaske dunklen Iriden ist schmal und hell, der Schnabel mittellang und wachsfarbig. Die Nasenwarzen sind nur wenig entwickelt. Der schlanke Hals ist leicht nach hinten durchgebogen, die Brust rund und voll. Der Rucken bildet mit dem Schwanz einen ovalen, hohlen Bogen. Die Flugel werden unter dem Schwanz getragen, der angehoben wird und moglichst breit, aber nicht gewolbt sein soll. Die Laufe sind kurz und glockenformig belatscht. Kopf, Hals, Brust, Rucken, Schwanz und Keil sollen farbig sein. Wangen, Kinn, auch mit einem Rand ums Auge. Unterleib, Flanken und Flugel hingegen weib mit Ausnahme des Ruckenherzens. Rote und Gelbe zeigen eine weibe Schwanzbinde, die Blauen und Schwarzen fehlt.

Die ORELER STERNSCHWANZTUMMLER entsprechen in Korperform und Zeichnung den Rschewer Sternschwanztummlern mit der Einschrankung, dab sie wesentlich grober sind. Man vermutet, dab sie aus Kreuzungen von Rschewer Sternschwanztummlern mit dem Orlowtummler entstanden sind. Sie sind bisher nur rotgeelstert mit weiber Kopfzeichnung und weiber Schwanzbinde existent und nur in ihrer engeren Heimat bekannt.

Die WORONESCHER STERNSCHWANZTUMMLER sind hingegen massiger. aber ziemlich kurz in der Figur, zeigen einen mittellangen Hals und sind zitterhalsig. Die Schwingen werden hangend getragen. Der Schwanz ist breit, besteht aus 14 bis 16 Steuerfedern und wird hoch gestellt. Die Laufe sind kurz und dicht befiedert. Die Zeichnung entspricht derjenigen der vorgenannten Rassen. Woronescher Sternschwanztummler sind reine Ausstellungstauben. Die eigentliche Flugweise aller Sternschwanztummler war und ist kein reiner HochU oder Dauerflug, sondern die Fahigkeit zu purzeln. Heute sind die meisten zu reinen Ausstellungstauben geworden.

Die KALUGAER TUMMLER (Kalujskie; Abb. 548) aus der Stadt Kaluga sind. wenn auch selten, in Schwarz, Rot und Blau in der Bundesrepublik vorhanden. Diese Tauben sind nahe Verwandte der Rschewer Sternschwanztummler, denn als einziger Unterschied fehlt ihnen die weibe Schwanzbinde. Sie sind mittelgrob, schlank, von niedriger Stellung und glattfuUig. Der Kopf ist abgerundet und mit hoher Stirn versehen. Kalugaer Tummler sollen immer glattkopfig sein. Die Augen sind dunkel. deren Rander schmal und glatt, die Schnabelwarzen nur sehr wenig entwickelt. In diesen beiden Punkten unterscheiden sie sich von den Geelsterten Moskauer Tummlern. Der Hals ist mittellang. Die Schwingen sollen leicht hangend neben dem breiten Schwanz getragen werden, der aus mehr als 12 Steuerfedern besteht und leicht erhoben getragen werden soll. Die Beine sind kurz, Laufe und Zehen unbefiedert. Die Tauben sind geelstert mit weiber Kopfzeichnung, d. h. weib sind Kinn und Backen bis zu den Augen und um diese herum, die Flugel, Unterleib und Schenke] bis zum Schwanzansatz. Das ubrige Gefieder ist farbig. Wichtig ist, dab

KALUGAER TUMMLER. schwarz (Foto Scheide)

der Schwanz farbig ist, er darf also nie weib sein oder eine weibe Schwanzbinde aufweisen.

ASTRACHANER TUMMLER. blau (Foto Wolters) Die ASTRACHANER TUMMLER (Abb. 549) sind nahe Verwandte der Kalugaer und Rschewer Sternschwanztummler, ebenso verwandt mit dem Wolgatummler, dem sie in der Korperform weitgehend gleichen sollen. Es handelt sich um tiefgestellte, knapp mittelgrobe Tummler mit Hangeflugeln. Der Kopf ist langlich rund, die Stirn nicht sehr breit. Der Augenrand der hellgelben Iriden ist schmal und hell, der Schnabel mittellang, seine Farbung abhangig von der Gefiederfarbe. Blaue haben einen dunkelhornfarbigen, weibe einen hellen Schnabel. Der mittellange, schlanke Hals soll in Erregung leicht zittern. Die Brust ist voll und gut gerundet, der Rucken lang und gerade, nur bei starker Erregung, wenn der Schwanz angezogen wird, leicht hohl. Die langen Flugel werden hangend unter dem Schwanz getragen, der aus 12 bis 14 Steuerfedern besteht. Die knapp mittellangen Laufe sind kurz und glockenformig belatscht. Die Zeichnung ist in der Regel geelstert, die Farbung dabei blau, schwarz, rot oder gelb. Es gibt auch Reinweibe und solche mit farbigem Nackenfleck (Astrachaner Griwuni) sowie Gescheckte.

Die URJUPINSKER TUMMLER (Abb. 550) gleichen dem Astrachaner Tummler fast ganzlich und sind auch mit diesem nahe verwandt. Nach Prof. Dr. Schille verfugen sie uber einen weiben Rucken. Es sind mittelgrobe, glattkopfige, geelsterte Tauben, deren Schnabel hell ist, auch beim blaugeelsterten Farbschlag. Die Augen sind gelblich. weib sind der Rucken ohne Schulterherz, die Flugel, der Unterleib und die glockenformige FuUbefiederung. Ob es auUer der blaugeelsterten Spielart noch andere Variationen gibt. ist nicht bekannt. Diese Tauben werden auch "Jurupinsker" genannt.

Die BELATSCHTEN URJUPINSKER TUMMLER sind mittelgrobe AusUstellungsstauben, die nicht zum Flug verwendet werden. Mit reichlich mittellangem Schnabel ausgestattet, sind sie immer glattkopfig. Die Flugel werden hangend getragen. Der Schwanz besteht aus mehr als 14 Steuerfedern. Die FuUe sind stark belatscht. Die Elsterzeichnung ohne weibe Kopfabzeichen spaltet auf. Auch diese Tauben sind schon unter der Bezeichnung "Jurupinsker" 1982 in Nurnberg ausgestellt worden.

Die BELATSCHTEN ASTRACHANER TUMMLER durften mit dem Urjupinsker Tummler identisch sein. Zusatzlich erwunscht ist allerdings ein weiber KehlU bzw. Halsfleck, wie wir ihn von bunten Berliner Tummlern kennen.

Die SARATOWER TUMMLER stellen mittelgrobe, glattkopfige und glattfuUige. einfarbig weibe Tummler dar, die in der Form dem Wolgatummler sehr ahnlich sind. Sie weisen Hangeflugel auf, der aus 14 Steuerfedern bestehende Schwanz wird in Erregung leicht angezogen. In Deutschland sind sie schon 1964 ausgestellt worden, in RuUland werden sie als gute Flugtauben gern gehalten.

Die KAMISCHINSKER TUMMLER durften nur eine Variante der Belatschten Astrachaner Tummler sein. Sie prasentieren Elsterzeichnung und sind stark belatscht. Schwanz und Schwingen sind recht lang, die Flugel werden hangend und der Schwanz erhoben getragen.

Die KUSTANITUMMLER sind mittelgrobe und glattkopfige Tummler mit mittellangem Schnabel. Die FuUe sind belatscht, die Flugel werden hangend unter dem Schwanz getragen, der angehoben wird und aus mehr als 12 Steuerfedern besteht. Kustanitummler kommen vorwiegend in Schwarz vor. Farbig sind Kopf mit einem kleinen Latz, Bauch, Unterleib, Flugel, Oberrucken und FuUbefiederung, weib hingegen ein Halskragen, der wie ein Band vollig um den Hals herumlauft, und der Schwanz.

Die BUNTEN TSCHELJABINSKER TUMMLER zeigen sich ebenfalls als belatschte, mittelgrobe, glattkopfige Tummler. Ihr Schnabel ist mittellang. Interessant ist die Zeichnung, bei der nur Kopf und Flugel sowie FuUbefiederung farbig sind. Sie kommen in verschiedenen Farben vor.

URJUPINSKER TUMMLER, blau (Foto Wolters)

KASANER TUMMLER, schwarx (Foto Wolters)

Die KASANER TUMMLER (Abb. 557) gelten seit ihrem ersten Auftreten vor mehr als 100 Jahren als die Perlen und Edelsteine unter den Tummlern. Sie heiUen auch in RuUland "Kasaner", nach der Stadt Kasan an der Wolga benannt. Woher die Tauben wirklich kamen, ist unbekannt. Zu hohen Preisen wurden sie vor 80 bis 100 Jahren in Deutschland eingefuhrt. Zum Verbessern vieler Rassen hat man sie verwendet: in den Adern der Berliner Kurzen fliebt ihr Blut ebenso wie in denen fast aller kurzschnabligen russischen Tummlerrassen. Echte Kasaner sind allerdings sehr selten geworden. Ihre Zuchter bemuhen sich intensiv um sie, und nachdem ein Standard mit Musterbild geschaffen worden ist, bleibt die Hoffnung auf besseren Zuspruch. Kasaner fliegen wie Schmetterlinge in kleinen Kreisen und purzeln, sind jedoch bevorzugt Ausstellungstauben.
Es sind sehr kleine Tauben vom Korperumfang eines kleinen Movchens. Der Kopf ist abgerundet mit moglichst breiter und hoher Stirn sowie immer ohne Haube. Die Augen sind perifarbig; nur weibe durfen dunkle Augen haben. Der Augenrand ist von feiner Struktur und hell, der Schnabel unter mittellang, soll kurz und dick sowie im stumpfen Winkel zur Stirn eingebaut sein. Der Schnabel ist hell: nur bei Schwarzen ist angelaufener Schnabel gestattet. Der breit am Korper angesetzte Hals wird nach oben schlanker, ist nach hinten etwas durchgebogen und zittert in Erregung. Die Brust ist breit, gut gerundet, hervorgedruckt und leicht angehoben, der Rucken ist breit, aber kurz und hohl. Das Burzelgefieder wird etwas aufgestellt. Die kurzen Flugel werden unter dem Schwanz getragen und beruhren den Boden. Auch der Schwanz wird kurz gewunscht, ist dabei breit und flach. Nur in Erregung wird er angezogen und soll aus mehr als 12 Steuerfedern bestehen. Die Laufe sind kurz und mit kurzer Befiederung versehen.
Anerkannt sind Einfarbige in weib, Blau, Schwarz, Rot und Gelb, ferner Bunte, weibschwingige und Geelsterte in Schwarz, Rot und Gelb. Bei den Bunten sind 5U10 Schwungfedern, Rucken, Schwanz, Bauch und FuUbefiederung weib. Schwarze konnen auch weiben Schwanz aufweisen. weibschwingige zeigen neben weiben Schwungfedern auch weibe FuUbefiederung. Geelsterte prasentieren normale Elsterzeichnung, doch gab es fruher auch geelsterte Tiere mit weibem Kopf. Geelsterte existieren auch mit weiber Kopfzeichnung, die derjenigen des Kalugaer Tummlers entspricht. In RuUland sind auUerdem Schecken, Fahle und Gehammerte gelaufig.

Die RUSSISCHEN WEISSEN TUMMLER (Bjeyje Dopera) haben etwa neunzig Prozent Kasanerblut in ihren Adern. Diese Tauben entstanden in der Stadt Woronesch, sind klein und weisen einen runden Kopf und dunkle Augen auf. Der Schnabel ist kurz und hell. Schnabelwarzen und Augenrander sind wenig entwickelt. Der Hals ist mittellang, schwanenartig gebogen und zittert bei Erregung. Die Brust tritt voll hervor. Die Schwingen werden hangend unter dem Schwanz getragen, deiUbreit und hoch erhoben ist, in Ruhestellung herunterhangt und den Erdboden beruhrt. Die Beine sind mittellang, Laufe und FuUe kurz und dicht befiedert. Im Verhaltnis zum Kasaner sind die Russischen weiben grober, hohergestellt und zeigen eine waagerechte Haltung.

Die KREMENTSCHUGTUMMLER stammen aus der Ukraine. In der Stadt Krementschug, am Dnjepr gelegen, wurden sie erzuchtet. Heute sind sie auch in Charkow, Kiew und in der Umgebung dieser Stadte verbreitet. Diese Tauben sind dem Kasaner Tummler ahnlich und vermutlich auch mit diesem verwandt. Knapp mittelgrob, verfugen sie uber einen breiten und wurfelformigen, dabei aber abgerundeten Kopf mit hoher Stirn und sind stets glattkopfig. Der Schnabel ist kurz und hell. die Augen perlfarbig. Der ziemlich lange Hals geht voll in die Brust uber. Die Kehle ist gut ausgeschnitten, die Brust recht voll, breit und wird etwas hervorstehend getragen. Die langen Flugel werden hangend unter dem Schwanz angeordnet, der aus mehr als 12 Steuerfedern besteht und waagerecht bis steil getragen wird. Die Korperhaltung ist waagerecht. Die Beine sind kurz, Laufe und Zehen stets unbefiedert. Bekanntgeworden sind Einfarbige in Schwarz, Rot und Gelb, doch gibt es auch Gescheckte mit einer Art Ganselzeichnung. Reinweibe Tiere existieren nicht, da diese als eigene Rasse gelten. Diese Tauben werden in der Ukraine gerne als Flugtauben verwendet. In kleinen Trupps aufgelassen, sollen sie laut Prof. Peterfi gute Flieger sein und auch purzeln. Die Rasse ist recht alt, wurde schon von Nestrow 1927 beschrieben. 1975 war sie aufinternationalen Taubenausstellungen zu sehen.

KRIUKOWSKITUMMLER. weib (Foto Wolters)

Die KRIUKOWSKITUMMLER (Abb. 552) stammen aus der gleichnamigen Stadt in der Ukraine und wurden schon 1927 vom Grafen Medem beschrieben. Es handelt sich eigentlich nur um einen Farbschlag der Krementschugtummler. Bei gleichen figurlichen Merkmalen gibt es die Kriukowskitummer nur im Farbschlag weib. Die Augen sind dunkel.

Die SIBIRISCHEN HOCHFLIEGER sind Verwandte der zitterhalsigen Kasaner Tummler, in allen Farben und Zeichnungen bekannt und im Gegensatz zum Kasaner Tummler immer glattfuUig.

Die CHARKOWER ZITTERHALSTUMMLER sollen nach Angaben von Wasiljew dem Kasaner ahnlich sein, also klein, kurz, kurzschnablig, mit leicht befiederten FuUen, breitem, erhoben getragenem Schwanz und zitterhalsig. Zu ihren weiteren Merkmalen gehort, dab sie glattkopfig wie auch mit Rundhaube und nur in Schwarzgeelstert vorkommen.

Die KASANER SCHILDTUMMLER oder PACHARITUMMLER wurden schon von Durigen 1926 beschrieben. Es sind kleine, glattfuUige Tauben in weib mit blaugehammertem Flugelschild und weiben Flugelbinden.

Die VINNIZER TUMMLER, 1982 von Rumans vorgestellt, konnten identisch mit dem Krementschugtummler sein.

Die KRILOWSKER TUMMLER im Buch von Rumans (1982) durften die schon beschriebenen Kriukowskitummler sein.

Die WORODUNITUMMLER wurden 1982 in Budapest auf der Internationalen Taubenschau ausgestellt. Sie stellen kurzschnablige Tauben mit langem Korperbau, ahnlich den Grauen Moskauer Tummlern, dar. Woroduni sind einfarbig mit weibem Bart und weiben Schwungfedern.

Die BERDINASKER TUMMLER sind mittelgrobe, gescheckte Tauben mit etwas uber mittellangem Schnabel, stets glattkopfig und glattfuUig, mit hangenden Flugeln und angehoben getragenem, breitem Schwanz, der aus mehr als 12 Steuerfedern besteht.

Die JDANOVER HOCHFLIEGER sollen dem Berdinasker Tummler nahestehen. Sie werden einfarbig mit Rundhaube und schwach befiederten FuUen gezuchtet.

Die SWERTLOWSKER TUMMLER sind den Vorgenannten ahnlich, glattkopfig, mit hangenden Flugeln und erhoben getragenem Schwanz. Bei einfarbigem Grundgefieder sind nur einige Federn am Flugelbug und Kopf weib.

Unter dem Namen "WOLGA-FARBSCHWANZTUMMLER" wurden auf der internationalen Schau in Budapest stark belatschte, hangeflugelige Tummler gezeigt. Sie sind inzwischen unter dem Namen "Nordkaukasischer Positurtummler" auch in Deutschland vorhanden und anerkannt.

Die POLTAWATUMMLER stammen aus der Ukraine und erinnern in ihrer Form an die Rassen der Moldaurepublik. Sie sind mittelgrob und stehen aufrecht. Der Kopf ist klein, breit und von einer nicht sehr federreichen, tief angesetzten Muschelhaube geziert. Der Schnabel ist mittellang und hell, die Augen dunkel. Die Schwingen hangen leicht neben dem Schwanz, der aus 12 bis 14 Steuerfedern besteht und erhoben getragen wird. Die Laufe sind mittellang und stets unbefiedert. Diese weiben Tauben mit farbigem Schwanz fliegen ruhig und purzeln leidlich.

Die NORDKAUKASISCHEN POSITURTUMMLER (Abb. 553) wurden auch schon unter den Bezeichnungen "Neuminsker", Novominsker" und "PoltawaULatUschige" ausgestellt. Auch "Rostower Farbschwanze" wurden sie schon genannt. In Deutschland sind sie unter ihrem obigen Namen als Ausstellungstaube anerkannt worden. Sie prasentieren sich knapp mittelgrob mit breitem Schwanz, kurzem Rucken, tiefem Stand, dichter FuUbefiederung und in Erregung leicht zitterndem Hals. Der Kopf ist mittelgrob mit runder, voller Stirn und einer Rundhaube mit Rosetten. Die Augen sind dunkel, der Augenrand schmal und hell. Der mittellange Schnabel miUt etwa 14 bis 16 mm und ist hellfarbig. Die Nasenwarzen sind glatt und hell. Der voll aufgesetzte Hals verjungt sich nach oben und ist nach hinten leicht durchgebogen. Die breite und volle, gut gerundete Brust wird hervorgedruckt getragen. Der Rucken ist sehr kurz, breit und hohl. Die Flugel werden unter dem breiten, aber flachen

NORDKAUKASISCHER POSITURTUMMLER (Foto Wolters)

Schwanz gehalten und beruhren fast den Boden. Der Schwanz besteht aus 14 bis 18 breiten Steuerfedern und wird zum Rucken hin in einem Winkel von 60 bis 75 Grad getragen. Die Beine sind kurz. Aufgrund ihres weichen Gefieders verfugen sie uber volle Hauben und volle, lange Latschen. Bei weiber Grundfarbe ist nur der Schwanz pigmentiert, und eine farbige Stirnschnippe kann vorhanden sein. Dieser Farbschlag ist spalterbig, so dab auch weibe Nachzucht anfallt.

LUGANSKER TUMMLER, weib (Foto Wolters)

Die LUGANSKER TUMMLER (Abb. 554) sind schlanke Tauben mit langlichem Korper, die glattkopfig und mit Rundhaube vorkommen. Die Augen sind dunkel, der Schnabel mittellang und hell, der Hals mittellang und zittert in Erregung. Der Schwanz besteht aus 16 oder mehr Steuerfedern und wird im Winkel von etwa 60 Grad getragen. Die Flugel hangen unter dem Schwanz. Die Beine sind knapp mittellang, Laufe und FuUe mit Latschen versehen. Lugansker Tummler kommen nur einfarbig weib vor.

Bei den GESCHECKTEN NORDKAUKASISCHEN TUMMLERN handelt es sich um mittelgrobe Tauben, die sowohl mit Rundhaube als auch doppelkuppig vorkommen. Sie weisen orangefarbige bis gelbliche Augen auf. Die Tonung des mittellangen Schnabels ist abhangig von der Gefiederfarbe. Die Flugel hangen unter dem Schwanz, der erhoben getragen wird und aus mehr als 14 Steuerfedern besteht. Die Laufe sind mittellang und stark belatscht. Die Zeichnung ist getigert oder gescheckt. SchwarzUweibgescheckte wurde 1982 in Nurnberg ausgestellt.

Die KUBANTUMMLER erhielten ihren Namen nach dem FluU Kuban, an dessen Ufern sie in der Ukraine erzuchtet wurden. Den Vorgenannten fast gleich, sind sie nur etwas kleiner und ihre Augen dunkel. Sie kommen glattkopfig und mit Rundhaube vor. Der Hals ist mittellang und etwas schwanenartig gebogen. Die Schwingen werden hangend unter dem breiten, angehobenen Schwanz postiert. Die Laufe sind mittellang, kurz und dicht belatscht. weib mit farbigem Schwanz ist die Farbanordnung, wobei die Oberschwanzdecke jedoch weib ist und alle Hauptfarben gezuchtet werden. In der Stadt Memel wurden sie schon mehrfach ausgestellt.

URIJOPINSKER SCHILDTUMMLER, rot (Foto Wolters)

TAGANROGER TUMMLER, rol (Foto Wolters)

Die URIJOPINSKER SCHILDTUMMLER (Abb. 556) sind den Vorgenannten ahnlich, jedoch nie zitterhalsig. Ihre Form ist zudem schlanker, der Kopf gezogener und der Schwanz schmaler. Die Schwingen hangen unter dem Schwanz. Die Laufe sind behost. Bei schildiger Zeichnung gibt es Blaue und Blaue mit schwarzen Binden, Schwarze, Rote und Gelbe. Urijopinsker sind eher Flugtauben als Ausstellungstiere.

Die TAGANROGER TUMMLER (Taganrogski: Abb. 555) stammen aus der Stadt Taganrog amAsowschen Meer. In Deutschland wurden sie 1972 eingefuhrt und 1976 als Ausstellungsrasse anerkannt.
Der Kopf dieser kleinen Tauben mit hoch getragenem Schwanz und Hangeflugeln zeigt steile Stirn mit leicht abgeflachtem Scheitel, dabei stets ohne Haube. Die Augen sind dunkel, die Augenrander schmal, zart und hell. Der knapp mittellange. fleischfarbige, breit angesetzte Schnabel bildet zur Stirn hin einen stumpfen Winkel. Bei Schwarzen und Blauen mit Schnippe ist dunkler Oberschnabel zugelassen, bei Dunfarbigen und Roten mit Schnippe hellhornfarbiger Oberschnabel gestattet. Der Hals tritt voll aus dem Korper hervor, verjungt sich zum Kopf hin und zittert in Erregung. Die Brust wird angehoben getragen, ist breit und gerundet, der Rucken kurz und breit. Die Flugel sollen nicht zu lang sein und werden unter dem Schwanz getragen, so dab die Spitzen fast den Boden beruhren. Der Schwanz besteht aus 14 bis 20 Steuerfedern, wird angehoben getragen und ist breiter als Brust und Korper. Die Laufe sind kurz und unbefiedert. Bei weiber Grundfarbe des Gefieders sind nur die Flugelschilder farbig, wobei 7U12 Schwungfedern weib sein sollen. Eine farbige Stirnschnippe kann vorhanden sein. Alle Hauptfarben sind vertreten. In RuUland kommen vereinzelt auch schnabelkuppige Exemplare vor.

Die ORENBURGER TUMMLER (Abb. 557) aus der Stadt am UralfluU (heute Tschaklow) sind nahe Verwandte der Woronescher Tummler und auch mit dem

ORENBURGER TUMMLER. gelb (Foto Wolters)

Rostower Katschunitummler verwandt. Diese untersetzten, mittelgroben Tauben mit kurzem Schnabel sind zitterhalsig. Laufe und FuUe sind befiedert, die Latschen mittellang. Die hangenden Schwingen werden unter dem recht breiten Schwanz getragen, der in Erregung stark angezogen wird, in Ruhestellung herabhangt und aus mehr als 12 Steuerfedern besteht. Vom Rostower Katschunitummler unterscheiden sie sich durch den kurzeren Schnabel, sind auUerdem kleiner und leichter. Diese Tauben kommen getigert vor, wobei Kopf, Schwingen und Schwanz farbig sind, das ubrige Gefieder weib, durchsetzt mit farbigen, meist schwarzen Federn. Ferner aufzuzahlen sind Einfarbige und unregelmabig Gescheckte. Die Flugweise entspricht derjenigen des Kasaner Tummlers. Neuerdings soll es auch weibschildige Exemplare geben.

ROSTOWER POSITURTUMMLER. silber (Foto Wolters)

Die EINFARBIGEN ROSTOWER POSITURTUMMLER (Abb. 558 u. 559) stammen aus der Stadt Rostow am Don und wurden aus Kasaner Tummlern und anderen Hangeflugeltummlern erzuchtet. Es sind knapp mittelgrobe, dabei recht lebhafte, zahme und zutrauliche Tauben, deren Kopf allseitig gut gerundet und mit breiter sowie hoher Stirn versehen ist. Ferner ist er glatt, mit Muschelhaube ausgestattet oder doppelkuppig. Die Augen sind perifarbig; weibe durfen dunkle Iriden aufweisen. Der Augenrand ist zart und hell, der ebenfalls helle Schnabel knapp mittellang und soll einen stumpfen Winkel zu Stirn bilden. Die Schnabelwarzen erweisen sich als klein, zart und hell. Der Hals tritt voll aus den Schultern hervor, verjungt sich zum Kopf hin, ist im oberen Bereich etwas nach hinten durchgebogen und soll in Erregung zittern. Die breite, gut gerundete Brust wird etwas hervorgedruckt und angehoben. Der Rucken ist breit, kurz und hohl. Die Flugel werden unter dem Schwanz getragen und beruhren fast den Boden. Der nicht sehr lange Schwanz soll ein sogenannter "breiter Spachtelschwanz", nicht gewolbt und in sich gut geschlossen sein. Bei Erregung wird er stark angezogen, so dab zwischen Flals und Schwanz kaum Platz ist, und besteht aus mehr als 14 Steuerfedern. Die Beine sind kurz, breitstehend und mit kurzer, aber dichter

ROSTOWER POSITURTUMMLER, weib mit Haube (Foto Wolters)

Fubbefiederung und Geierfedern versehen. Man unterscheidet Einfarbige in weib, Lavendelfarbig, Rot, Gelb und Schwarz, die auch in Deutschland als Ausstellungsrasse anerkannt, aber nur glattkopfig zugelassen sind.

ROSTOWER POSITURTUMMLER. schwarz-weibbrustig (Foto Wolters)

Die WEISSBRUSTIGEN ROSTOWER POSITURTUMMLER (Katschuni: Abb. 560) stellen eigentlich nur eine Zeichnungsvariante der Vorgenannten dar und sind mit dem Kasaner und Woronescher Tummler verwandt. Es handelt sich um mittelgrobe Tauben mit harmonisch geschwungenem Korperbau. Der Hals wird leicht nach hinten gebogen. Die Zitterhalsigkeit tritt in Erregung besonders deutlich hervor. Zuerst zittert der Hals in kleinen, kurzen Bewegungen, die dann starker werden und zuletzt in ein eigenartiges Schwanken des Halses und des ganzen Korpers ubergeht, das in RuUland "Schaukeln" genannt wird. Daraus resultiert auch die Bezeichnung "Katschuni" (= Schaukeltauben).
Der Kopf ist glatt oder zeigt eine Muschelhaube, mit der sie bei uns anerkannt sind. Der Schnabel ist mittellang und hell, auch beim schwarzen Farbschlag, der jedoch farbigen Schnabelstipp haben darf. Die Schnabelwarzen sind klein, zart und weib, die Augen perlfarbig, umgeben von zarten, hellen Augenrandern. Der Hals tritt voll aus den Schultern hervor und verjungt sich nach oben. Die breite, gut gerundete Brust wird leicht hervorgedruckt. Der Rucken ist breit, aber sehr kurz und hohl. Die Flugel werden unter dem Schwanz gehalten, so dab die Schwingen fast den Boden beruhren. Der Schwanz ist flach und spachteiformig mit 14 bis 18 Steuerfedern und in sich geschlossen. Die Beine sind kurz und mit kurzer, aber dichter FuUbefiederung versehen.
Farbig sind Kopf ohne Flaube, Flugel, Rucken, Schwanz und FuUbefiederung, weib mussen Hals, Brust, Bauch sowie die auUere Seite der Kappe sein. So sind sie vorwiegend in Schwarz bekannt. Rote und Gelbe gab es in ihrer Heimat fruher recht oft, sind in den letzten Jahren aber selten geworden. Die Zeichnung der weibbrustUPositurtummler ist nicht reinerbig, sondern spaltet in weibe mit dunklen Augen und fast Einfarbige mit nur einigen weiben Federn auf.

WORONESCHER HUNGEFLUGELTUMMLER. rot (Foto Wolters)

Die WORONESCHER HUNGEFLUGELTUMMLER (Abb. 561) sind dem Rostower Tummler sehr ahnlich, unterscheiden sich jedoch von diesen durch starkere FuUbefiederung. Der Kopf ist glatt oder mit Rundhaube ausgestattet. Die Iriden sind ebenso wie die Augenrander hell. Der mittellange Schnabel ist hell und nur bei Schwarzen mit dunklem Schnabelstipp versehen. Die Schwingen werden hangend unter dem Schwanz getragen und beruhren den Boden. Der breite Schwanz wird stark angehoben, wodurch der Rucken sehr kurz und hohl wirkt. Laufe und FuUe sind stark belatscht. Am bekanntesten sind die "Woronescher Schwarzen Kafer", reinschwarze Tauben mit sehr viel Gefiederglanz. Diese sehr ruhig fliegenden Truppflieger sollen in RuUland besonders fur Nachtfluge abgerichtet worden sein. Die Tauben werden bei einsetzender Dammerung aufgelassen und fliegen in die Dunkelheit hinein, um spater in ihre dann erleuchteten Schlage zuruckzukehren. Einfarbige in allen Hauptfarben sind gelaufig.

NORMALFLUGELIGER WORONESCHER TUMMLER, khaki mit weiben Binden (Foto Stauber)

Die NORMALFLUGELIGEN WORONESCHER TUMMLER {Abb. 562) sind mittelgrob und kraftig mit waagerecht nach hinten abfallender Korperhaltung. Rucken und Schwanz bilden eine nach hinten leicht abfallende Linie. Die Schwingen werden auf dem Schwanz getragen, der aus 12 Steuerfedern besteht. Der Kopf kann glatt oder mit Haube ausgestattet sein. Die FuUe sind mehr oder weniger stark belatscht. Die Latschenbildung richtet sich federreich nach hinten. Die Augen sind orangefarbig, bei weiben dunkel. Farbig sind der Kopf, ohne schwarze Abgrenzung und zudem mit weiben Federn durchsetzt, und ein kleiner Latz, Hinterhals mit Haube ebenso wie Vorderhals, Brust und FuUbefiederung sind weib. Farbig hingegen Flugel, Schwanz und Unterleib. Auf den Flugeln befinden sich zwei weibe Binden. Diese Rasse wird vorwiegend in Blau, Blaufahl, Silber und Khakifarbig gezuchtet.

Die TOMBOWER TUMMLER entsprechen weitgehend den Normalflugeligen Woronescher Tummlern und werden weibkopfig mit weiben Flugelbinden gezuchtet. Wahrend beim Woronescher Tummler die weiben Binden schmal verlangt werden. sollen sie beim Tombower sehr breit sein.

Ahnlich prasentieren die ZIGEUNERTUMMLER, auch "Woronescher Zigeunertummler" genannt, in der Korperform ebenfalls den Normalflugeligen Woronescher Tummler, unterscheiden sich von diesen jedoch durch die Farbe des Gefieders. Einziger Farbschlag ist Blau mit schwarzen Binden, wobei die blaue Farbung recht dunkel ist. Die bernsteingelben Iriden werden von schmalen und dunklen Augenrandern umgeben.

SMOLENSKER TUMMLER, schwarz (Foto Wolters)

Die SMOLENSKER TUMMLER (Abb. 563) aus der Stadt Smolensk sind mittelgrob, waren fruher temperamentvolle Flugtauben, sind heute jedoch zu bloben Ausstellungstauben geworden. Ihr Kopf ist leicht wurfelformig mit steiler und breiter Stirn. Die Mehrzahl der Tiere ist kappig mit tiefangesetzter, breiter und luckenloser Haube. Glattkopfige, fruher beim Flug hauptsachlich eingesetzt, sind heute selten. Die groben, ausdrucksvollen Augen sind perlfarbig, die breiten Augenrander zart und hellgelblich. Der helle, kurze und dicke Schnabel ist etwas nach unten gerichtet. Oft zeigt sich unter dem Schnabel eine kleine Warze, die im Alter grober wird. Der Hals ist kurz und dick, wahrend die langen Flugel neben dem Schwanz liegend oder leicht hangend gehalten werden. Die Laufe sind kurz und immer glattfuUig. Smolensker kommen in allen Farbvarianten vor, wobei Gelbe und Goldgelbe am weitesten verbreitet sind.

KASACHISCHER TUMMLER. kappig, rot (Foto Wolters)

Die KAUKASISCHEN ZIERTUMMLER sind nicht zu verwechseln mit den ubrigen Kaukasischen Tummlern, gehoren vielmehr zur Familie der Woronescher und Kasaner Tummler. Sie sind zitterhalsig, und der Kopf wird stets von einer Muschelhaube geziert. Die Schwingen werden hangend getragen, Beine und FuUe sind kurz bzw. dicht belatscht. Die Farbpalette umfaUt alle denkbaren Varianten.

Die KAMISCHEWATKER WEISZSCHILDTUMMLER stammen aus der Siedlung Kamischewatka im Gebiet von Krasnodar. Es handelt sich um hangeflugelige Tauben mit erhobenem Schwanz, die glattkopfig oder kappig vorkommen. Bei farbigem Gefieder sind Flugelschild, Rucken sowie kurze Befiederung der Laufe und FuUe weib.

Die ISCHIMER WEISZSCHILDTUMMLER (Abb. 564), die Rumans 1982 beschreibt, durften weitgehend identisch mit der vorhergenannten Rasse sein.

Die KASACHISCHEN TUMMLER (Abb. 565) reprasentieren kleine Tauben mit aufgerichteter Haltung. Den Kopf ziert eine Rundhaube: es gibt jedoch auch

ISCHIMER WEISZSCHILDTUMMLER, gelb (Foto Wolters)

Glattkopfige. Die Augen sind gelblich. Der Schnabel ist hell und mittellang, der Hals voll. Die schon gerundete Brust tritt etwas hervor. Die Schwingen werden unter dem Schwanz getragen und beruhren fast den Boden. Der Schwanz besteht aus mehr als 14 Steuerfedern und wird angehoben gehalten. Die Beine sind mittellang, FuUe und Laufe kurz befiedert. Die Zeichnung setzt sich aus weibem Flugelschild, Rucken und auch FuUbefiederung sowie farbigem Restgefieder zusammen. AuUerdem existieren sogenannte Schildtiger, bei denen die weibe Farbe durchsetzt mit farbigen Federn ist. Diese Zeichnung wird gern gesehen und auch auf Ausstellungen gezeigt. Ferner zuchtet man auch unregelmabig Gescheckte und langer Belatschte.

Die CHARKOWER ELSTERTUMMLER aus der Stadt Charkow in der Ukraine kommen nur schwarzgeelstert vor, weisen einen breiten Schwanz auf und sind zitterhalsig. Sie werden kappig und glattkopfig wie auch glattfuUig gezuchtet und sind mit dem Kasaner Tummler verwandt. Diese guten Flugtauben werden auch "Charkower Zitterhalse" genannt.

Die CHARKOWER WEISZSCHWANZTUMMLER sind Verwandte der Nikolajewer Tummler, denen sie auch nahekommen. Sie zeigen einen langen Schwanz, tragen die Schwingen aber nicht hangend. Man kennt alle Farben, jeweils mit weibem Schwanz.

Wie die Vorgenannten im Typ sind die CHARKOWER RABEN einfarbig schwarze Tauben, die CHARKOWER ROTEN kirschrote Tauben mit weibem Schwanz.

Beim OCEAKOWER TUMMLER handelt es sich um eine sehr alte Rasse, die nach ihrer Heimatstadt benannt ist. In der Ukraine wird sie vielfach auch als "Nikolajewer Purzier" bezeichnet und gilt als jener Urstamm, aus dem spater die heutigen Nikolajewer Tummler herausgezuchtet wurden. Oceakower sind mittelgrobe, schlanke Tauben mit sehr niedriger Stellung und unbefiederten FuUen. Typisch ist die Flaltung der Schwingen, denn diese hangen unter dem Schwanz. Der Kopf ist klein, dabei etwas langgezogen und abgerundet, die Stirn hoch. Diese Tauben sind immer glattkopfig, ihre Augen bernsteingelb, der helle Augenrand schmal. Reinweibe und Schildige kommen auch mit dunklen Augen vor. Der Schnabel ist lang und dunn, seine Farbe abhangig von derjenigen des Gefieders. Der Hals ist kurz und voll, sich zum Kopf hin etwas verjungend, die Kehle dabei gut ausgeschnitten. Die Brust ist voll und rund, tritt aber nur wenig hervor. Der lange Rucken fallt zum Schwanz hin ab. Die langen Flugel werden hangend unter dem Schwanz getragen, sollen aber nicht am Boden schleppen. Der Schwanz wird in Erregung leicht angezogen und besteht aus 12 bis 14 Steuerfedern. Die Laufe sind kurz und unbefiedert. Die Farbpalette umfaUt weibschwanzige in allen Farben, Reinweibe und solche mit Schildzeichnung, dabei mit oder ohne farbige Stirnschnippe. Diese Tauben stellen ausgesprochene Purzeltummler dar.

Die KURSKER TUMMLER (Abb. 566) gehoren zu den altesten Taubenrassen und reprasentieren knapp mittelgrobe, immer glattkopfige Tauben. Die hellen Augen konnen bei weibem Kopfgefieder aber auch dunkel vorkommen. Der Schnabel ist knapp mittellang und hell, bei Blauen und Schwarzen mit dunklem Schnabelstipp versehen. Die Flugel werden leicht neben dem aus 12 bis 14 Steuerfedern bestehenUden Schwanz hangend getragen, dieser leicht angehoben. Die Beine sind mittellang, Laufe und Zehen unbefiedert. Beim Kursker Tummler sind verschiedene Zeichnungen gelaufig, die bekannteste davon ist Farbig mit weiben Schwungfedern. Ferner sind Farbige mit weiben Schwungfedern und Stirnschnippe, Farbige mit weibem Schwanz und weibem Kopf mit farbigem Fleck auf der Mitte des Kopfes und weibschwanzige zu unterscheiden. Eigene Bezeichnungen erhielten die Spielarten "Kursker weibe", "Kursker Schwarze" und "Kursker Griwuni". Kursker Tummler sind gute Flugtauben, die in ihrem Flugstil dem Nikolajewer Tummler ahnlich sind. Sie steigen gegen den Wind bis in grobe Hohen auf und stehen mit ausgebreiteten Flugeln wie eine Lerche in der Luft.

Die ASAROWSKYTUMMLER sind den Kurskern ahnlich. Bei schwarzer Gefiederfarbe sind Brust, Schwingen und je ein Fleck unter den Augen weib.

Die STRAVROPOLER TUMMLER wurden erstmalig von J. Sgonikow im Jahre 1966 beschrieben und stellen Hochflieger dar, die 6U8 Stunden fliegen konnen. Dieser Rasse ist ein kantiger Kopf mit oder ohne Haube eigen. Die Schwingen werden hangend gehalten. Bei uberwiegend farbigem Gefieder sind nur Kopfplatte und Schwingen weib. Auch unter ihnen differenziert man "Stravropoler Griwunitummler", bei denen aber die vier mittleren Steuerfedern farbig ausfallen. Bei gelber Zeichnungsfarbe werden sie "Sarapuler" nach der gleichnamigen Stadt genannt. SchlieUlich sind auch weibe, weibschlagUweibschwanze und weibschwanze bekannt. "Stravropoler Nonnen" sind weibe Tauben mit farbigen Kopf, Schwingen und Schwanz.

KLJRSKKRTUMMLhR. schwarz weibschwingig (Foto Wolters)

Die OMSKER TUMMLER aus der namensgebenden Stadt, Woronescher und Kasaner Tummler nahestehend, sind mittelgrob, hangeflugelig und tragen den Schwanz erhoben. Sie sind glattkopfig, ihr FuUe belatscht. Die Variantenskala umfaUt alle Farbschlage, auch Getigerte und Schildtiger.

Die KERSONU oder CHERSONTUMMLER erweisen sich als weibe Tauben mit rotem, herzformigem Fleck am Hinterhals (Griwunizeichnung) und verfugen uber einen sehr breiten Schwanz mit 14 bis 18 Steuerfedern. Sie sollen mit dem Astrachaner Tummler verwandt sein, dem sie in der Korperform nahekommen. Der Kopf ist abgerundet, der Schnabel knapp mittellang. Kersontummler prasentieren hangende Flugel und einen leicht erhobenen Schwanz, sind zudem immer glattkopfig und glattfuUig.
Wir kommen nun zur Familie der Tummler aus der Moldaurepublik und aus Bessarabien. Dort haben sich einige miteinander verwandte Rassen entwickelt, die von den ubrigen Tummlern abweichen.

Die KISCHINEWER TUMMLER, nach der Stadt Kischinew benannt, werden auch als "Chiesinauer" und in Rumanien als "Cisinautummler" (Jucatori de Cisinau) bezeichnet. Es handelt sich um kleine bis mittelgrobe, harmonisch gebaute Tauben mit zartem Korper, gefachertem und erhoben getragenem Schwanz, schon gebogenem Hals und kurzem Rucken, die als gute Purziertauben gelten. Ihr Kopf ist klein, rund und immer glattkopfig. Die groben, ausdrucksvollen und perlfarbigen Augen sind umgeben von zweireihigen, hellen und zarten Augenrandern. Der Schnabel ist kurz, stumpf und hellhornfarbig. Die Schnabelwarzen sind gut entwickelt. Am Unterschnabel befindet sich oft eine kleine Warze. Der Hals ist mittellang, schon gebogen und mit gut ausgeschnittener Kehle versehen. In Erregung soll der Hals leicht zittern. Der Rucken ist breit und kurz, die Flugel lang, dabei die Schwingen unter dem langen Schwanz hangend, der aus 14 bis 22 Steuerfedern besteht, die im Winkel von 45 Grad erhoben und etwas gefachert getragen werden. Die Beine sind kurz, breitgestellt und immer glattfuUig. Diese Rasse existiert einfarbig in Rot, Gelb und Schwarz, auUerdem gibt es Schimmel, Almondfarbige und Schecken. Die seltenen weiben sind mit dunklen und hellen Augen vertreten.

Die ELISAWETGRADER TUMMLER (Elisavetgradskij) verkorpern kappige Kischinewer Tummler und unterscheiden sich von diesen nur durch ihre stumpfe Spitzkappe, die kaum uber den Kopf hinausragt. Farbschlage und Zeichnungen sowie die ubrigen Rassemerkmale entsprechen den Vorgenannten.

Die BELZER TUMMLER stammen aus der Stadt Beizi, die im Norden der Moldauischen Republik liegt, und wurden auch "Turken" oder "Turkische Puppen" genannt. Es wird vermutet, dab die Vorfahren dieser Rasse aus der Turkei gekommen sind. Es handelt sich um eine sehr alte Rasse, die schon seit vielen Generationen dort gezuchtet wird. Beizer sind sehr lebhaft und fliegen in kleinen Kreisen, sind jedoch keine ausgesprochenen Hochflieger, purzeln dafur andererseits ein wenig. Der Kopf ist klein, fast kugelrund, breitstirnig, die Backen voll gewolbt. Diese Tauben sind immer doppelkuppig, wobei die Haube abstehend getragen wird und von Ohr zu Ohr reicht. Der Schnabel ist von einer Kuppe bedeckt. Die Augen sind perlfarbig und ausdrucksvoll. Reinweibe zeigen jedoch dunkle Augen. Der helle und breite Augenrand ist zweib bis dreireihig, aber zart, der Schnabel kurz, stumpf und dick. Die Schnabelwarzen sind mabig entwickelt und weib. Der Hals ist schlank, zum Korper hin voller werdend, die Brust schon gewolbt, aber nicht allzu breit. Der Rucken fallt zum Schwanz hin ab. Die Flugel liegen gut am Korper an, ihre Spitzen auf dem Schwanz. Die Beine sind mittellang. In GlattfuUig, Bestrumpft und Behost kommen Einfarbige in weib, Rot, Gelb, Schwarz, Kaffebraun und Tiefrot vor, ferner Schekken. Bislang nicht bekannt sind bei dieser Rasse Blaue.

Die SCHNABELKUPPIGEN BESSARABISCHEN TUMMLER sind seit unerdenklich langer Zeit in Bessarabien, der Moldaurepublik, der Ukraine und im Schwarzmeergebiet verbreitet, aber nicht uberall einheitlich anzutreffen. Verschiedenheiten und lokale Abwandlungen sind vielmehr haufig festzustellen. Bei uns sind diese Tauben seit uber 100 Jahren bekannt, waren hierzulande auch schon einmal vorhanden. Halten wir uns an die ungarische Musterbeschreibung, denn eine russische gibt es nicht. Danach sind diese Tauben reichlich mittelgrob und niedriggestellt. Ihr Kopf ist mittelgrob mit flacher Stirn und mit einer Schnabelkuppe versehen. Die Augenrander der perlfarbigen Iriden sind zweireihig, zart, glatt und hell. Der Schnabel ist mittellang und meist hellhornfarbig, der Hals kurz, die Kehle aber gut ausgeschnitten. Der Rucken ist breit, wahrend die Schwingen neben dem Schwanz hangen. Dieser ist breit, aber flach, also nur leicht erhoben und besteht aus 14 bis 16 Steuerfedern. Die Beine sind kurz, Laufe und Zehen meist unbefiedert. In der Ukraine zuchtet man hingegen auch Exemplare mit befiederten FuUen, weshalb der Standard sowohl GlattU als auch FederfuUige zulabt. Einfarbige stehen in Schwarz, Rot, Gelb, Blau und weib zur Verfugung, wahrend auch Gescheckte gelaufig sind.

DOPPELKUPPIGER BESSARABISCHER TUMMLER, rotfahlgescheckt (Foto Teremi)

Die DOPPELKUPPIGEN BESSARABISCHEN TUMMLER (Dvuhciubie: Abb. 567) sind uns auch schon lange bekannt, denn Prutz beschreibt sie bereits 1884. Auch sind sie mehrfach nach Deutschland importiert worden. Prof. Peterfi stellte fest, dab eine einheitliche Zuchtrichtung in RuUland nicht zu erkennen sei und diese Tauben in den einzelnen Orten und Landstrichen unterschiedlich gezuchtet wurden. Die Tiere gelten als Flugtummler, die etwas purzeln, dabei mittelgrob mit verhaltnismabig kleinem Kopf und flacher Stirn mit Muschelhaube sowie Schnabelkuppe sind. Die Augen sind perlfarbig, umgeben von zweireihigen, zarten und hellen Augenrandern. Der Schnabel ist mittellang, dunn und hellhornfarbig, der Hals kurz, die Kehle gut ausgeschnitten. Die breite, volle Brust soll vorgestreckt werden. Der Rucken ist breit, die Schwingen hangen unter dem Schwanz, der aus 14 bis 16 Steuerfedern bestehen und zumindest in Erregung erhoben getragen werden soll. Die Beine sind kurz, Laufe und Zehen unbefiedert.
Das breite Variantenspektrum unterscheidet Einfarbige und Gescheckte in allen Farben, auch Schildige und Schildige mit farbigem Schwanz sowie mit farbigem Hinterhals und Rucken. Diese schildig gezeichneten Tiere sind sehr beliebt, ebenso Bunte, die weib mit farbigem Hinterhals und farbigen Flugeln auftreten. Prof. Peterfi nennt einige lokale Abarten, von denen eine den breiten Schwanz gewolbt tragt, wie wir es vom Danziger Hochflieger kennen. Eine weitere Spielart, beliebt in Kasan, weist befiederte FuUe auf, wahrend eine andere lokale Variante aus Turkestan starker federfuUig ausfallt, desgleichen eine in Enisiesk. Im Moldaugebiet trifft man sie sowohl glattfuUig als auch mit befiederten FuUen an, und in der Ukraine zuchtet man sie unter der Bezeichnung "Russische Doppelkuppige Tummler" wiederum leicht federfuUig. Nach der ungarischen Musterbeschreibung sind sie jedenfalls sowohl federfuUig als auch mit unbefiederten FuUen zugelassen.

Die AKKERMANNTUMMLER gleichen weitgehend dem Kischinewer Tummler, sind aber auch doppelkuppig mit kleiner Rundhaube und liegender Schnabelkuppe vorhanden. Vom Kischinewer Tummler und dessen Verwandten wie etwa dem Beizer Tummler unterscheiden sie sich durch ihre schildige Zeichnung, sind also weib mit farbigem Flugelschild, das Schwarz, Blau, Rot oder Gelb ausfallen kann. Ihren Namen erhielten sie nach der Stadt Akkermann, heute Bjelgorod, in der Nahe von Odessa gelegen. Es soll sich um Purzier handeln. Neben den Schildigen kennt man neuerdings auch weibhalsige, also farbige Tauben mit weibem Flals und mitunter weiben Schwungfedern.

Die TZITZER TUMMLER aus dem Moldaugebiet konnte man als glattkopfige Variante der Bessarabischen Tummler bezeichnen. Folglich werden sie oft auch "Glattkopfige Bessarabische Tummler" genannt. Diese mittelgroben Tauben verfugen uber einen verhaltnismabig kleinen Kopf mit flacher Stirn. Die Augen sind perlfarbig, die Augenrander zweireihig, glatt, zart und hell. Der Schnabel ist mittellang und dunn, der Flals mittellang, die Kehle ausgeschnitten und der Rucken breit. Die Schwingen hangen neben oder unter dem breiten Schwanz. Die Beine sind mittellang, dabei meist glattfuUig: jedoch sind auch Bestrumpfte sowie schwacher oder starker Belatschte vorhanden. Gelaufige Zeichnungsvarianten sind Einfarbige, Gescheckte und Getigerte.

Die EISKER DOPPELKUPPIGEN POSITURTUMMLER (Abb. 568) sind auch schon als "Jeisker" ausgestellt worden und stammen aus dem Nordkaukasus, insbesondere aus der Stadt Jeisk. Verwandt mit dem Usbekischen Tummler, erweisen sie sich als tiefgestellte, mittelgrobe und leicht zitterhalsige Tauben mit Hangeflugeln, breitem Schwanz und dichter FuUbefiederung. Der Kopf ist langlichrund mit voller, runder Stirn, zudem mit einer geschlosssenen Schnabelnelke und einer Rundkappe versehen. Der Schnabel ist mittellang, etwa 14 bis 16 mm, und dunkel bei schwarzen sowie blauen Tieren, hell bei roten und gelben. Die Augen sind perlfarbig, ihr schmaler und unauffalliger Rand bei blauen und schwarzen Tieren dunkel, bei roten und gelben blab bis leicht rotlich. Der Hals ist voll aufgesetzt, verjungt sich nach oben leicht, ist auUerdem etwas nach hinten gebogen und zittert in Erregung mehr oder weniger stark. Die Brust ist breit, voll, gut gerundet und tritt etwas hervor. Der Rucken ist kurz, breit und hohl. Die kurzen Flugel werden unter dem breiten und gewolbten Schwanz getragen, der gut geschlossen sein, aus 12 bis 18 Steuerfedern bestehen soll und im Winkel von 45 bis 60 Grad zum Rucken getragen wird. Die kurzen Laufe sind mit dichter FuUbefiederung versehen, die 3U8 cm lang sein soll. Das Gefieder ist weich und wirkt locker, soll aber gut und geschlossen am Koper

EISKER DOPPELKUPPIGER POSITURTUMMLER schwarzgctigert (Foto Wolters)

anliegen. Bekannt sind die Zeichnungsvarianten Einfarbig, Gescheckt und Getigert. In Deutschland sind sie als Ausstellungsrasse in den Farbschlagen weib, Schwarz. Rot, Gelb, Schwarzgetigert, Muselkopfig Schwarz und Vielfarbig anerkannt.

BLAGODARER TUMMEER. rot (Foto Stauben)

Die BLAGODARER TUMMLER (Abh. 569) stammen aus der namengebenden Stadt, die zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, etwa 150 km ostlich von Stravropol, gelegen ist. Diese Tauben sind im Typ den Moldauischen Tummlern ahnlich. Sie tragen die Flugel auf dem Schwanz liegend. In Deutschland wurden sie erstmalig 1982 in Nurnberg gezeigt und sind verhaltnismabig klein. Der helle Schnabel ist mittellang, die Augen gelb, die Augenrander nur schwach entwickelt. Bemerkenswert an dieser Rasse sind Rundkappe und Schnabelkuppe. Die knapp mittellangen Laufe sind befiedert bzw. stark bestrumpft. Auf farbigem Grund sind der Kopf bis etwa zur Halsmitte, ein kleiner Ruckenfleck und der vordere Teil der FuUbefiederung weib. In der weiben Kopfzeichnung befinden sich oft einige kleine farbige Federchen, die von den Zuchtern erwunscht werden, denn sie sollen eine weitere Ausdehnung der weiben Kopfzeichnung bei der Nachzucht verhindern. Bei der Bewertung sind diese kleinen, farbigen Spritzer ohne Bedeutung. Bisher sind diese Tauben in der geschilderten Zeichnung nur in Rot bekanntgeworden.

Die UFAER TUMMLER werden auch "Staroufinski" geheiUen und sind sehr gute Hochflieger, die 5U6 Stunden fliegen konnen, dabei mittelgrob und glattfuUig sind. Auf schwarzer Grundfarbe sind der Kopf unterhalb der Augen, Vorderhals, Brust, Bauch, Unterleib, Schenkel und Aftergefieder sowie die Schwungfedern weib. Der Schwanz kann farbig oder weib sein. Diese Zeichnung gleicht in etwa derjenigen der Labore.

Die BASKISCHEN HOCHFLIEGER sind in zwei Varianten bekannt, den "Spartap" oder "Spartakus" und den "Altufin". Letztere sind glattkopfig und glattfuUig, wahrend erstere eine Haube und bestrumpfte Laufe aufweisen. Die Zeichnung gleicht derjenigen des Ufaer Tummlers, Oberkopf, Hinterhals, Rucken, Flugel und Schwanz mit Decke und Keil sind also farbig. Rumans bildet 1982 noch eine weitere Zeichnung ab, die nur uber weiben Vorderhals und Schwungfedern verfugt.

Eine nahverwandte Variante stellen die OSTROGSCHKER TUMMLER dar, bei denen Stirn, Hinterhals, Rucken und Schwanz farbig sind. Die Flugel fallen im Gegensatz zum Baskischen Tummler weib aus. Der Kopf ist rund und ohne Haube. Die Schwingen werden hangend getragen. Laufe und FuUe sind unbefiedert.

Die URALTUMMLER verkorpern sehr kleine, meist glattkopfige Tauben, kommen jedoch gelegentlich auch kappig vor. Die Laufe und FuUe sind unbefiedert oder mit kleinen, kurzen, dichten Latschen versehen. Der Schwanz wird erhoben getragen. wahrend die Flugel darunterhangen. Zu differenzieren sind Geelsterte, Gescheckte, weibflugel und Farbkopfe in Rot und Gelb mit weiber Schwanzbinde, auch Rotgeelsterte mit blauem Schwanz und schwarzer Schwanzbinde. Uraltummler fliegen sehr hoch und purzeln nicht. Flugzeiten von bis zu acht Stunden werden angegeben.

Die URALER FARBKOPFTUMMLER stellen gut mittelgrobe Tauben dar, die stets weib mit farbigem Kopf und einem kleinen Latz auftreten. Sie sind in der Regel kappig, wobei dieser Kopfschmuck farbig ausfallt. Der stark angehobene Schwanz ist breit. Diese belatschten Tauben werden auch "Martini" genannt.

Die URALER FARBKOPFUFARBSCHWANZTUMMLER sind nichts anderes als eine Zeichnungsabwandlung der Zuvorgenannten. Wie die Benennung ausdruckt, ist zusatzlich ihr Schwanz farbig.

Die BUNTEN URALER TUMMLER sind meist glattkopfig, weisen aber gleiche Korperform wie die vorgenannten Tummler auf, also auch einen breiten, erhobenen Schwanz und hangende Flugel. Bei ihnen sind Kopf und Latz farbig, das ubrige Gefieder weib, durchsetzt mit einigen farbigen Federn.

Die WEISSEN SUDURALER TUMMLER sind mittelgrob, haben in der Regel keine Haube, tragen die Flugel hangend und den Schwanz erhoben. Diese belatschte Rasse kommt nur in reinweiber Farbung vor. Ihre Augen sind hell.

Die WEISZSCHWUNZIGEN SUDURALER TUMMLER entsprechen den Vorgenannten mit dem Unterschied, dab sie farbig sind und einen weiben Schwanz besitzen.

Die ARMAWIRNER TUMMLER differieren in verschiedene Zeichnungen, die bereits auf diversen internationalen Ausstellungen vorgestellt worden sind.

Die ARMAWIRNER MONCHE reprasentieren mittelgrobe, glattkopfige und stark belatschte Tauben, die die Schwingen auf den Schwanz liegend tragen. Die Augen sind dunkel, der gut mittellange Schnabel hell, das Gefieder farbig. weib sind hingegen Kopf, Schwungfedern und Latschen ohne Geierfedern.

Neben diesen existieren auch EINFARBIGE ARMAWIRNER TUMMLER, die, wie der Name schon besagt, nur einfarbig in Schwarz, Rot oder Gelb, seltener in Blau vorkommen und ebenfalls stark belatscht sind. Sie verfugen uber helle Perlaugen, und die Tonung des Schnabels richtet sich nach der Gefiederfarbe. Armawirner Tummler klatschen beim Flug laut mit den Schwingen.

ARMAWIRNER KURZER, Rieselkopf schwarz (Foto Stauber)

Die ARMAWIRNER KURZEN (Abb. 570) sind keine Rasse, die zum Flugsport berucksichtigt wird. Es handelt sich vielmehr um Tauben mit sehr kurzem Schnabel, die meist glattkopfig und stark belatscht anzutreffen sind. Sie werden vorwiegend einfarbig in Schwarz, Rot und Gelb gezuchtet, ebenso als Rieselkopfe.