30. SCHWEDISCHE TUMMLER

Die SCHWEDISCHEN TUMMLER (Abb. 588) sind um 1880/90 entstanden. Abstammungsgeschichtlich bilden sie mit Norwegischem Tummler, OstpreuUischem Werfer und Libauer Tummler eine Familie. Die erste Musterbeschreibung fur diese Tauben wurde 1904 aufgestellt. Gesamteindruck ist der einer mittelgroben, langgestreckten, tiefgestellten Taube mit Rundkappe und FuUbefiederung. In ihrem Wesen handelt es sich um scheue, sehr lebhafte Tiere. Der Kopf soll rund und nicht besonders breit sein sowie eine kraftige Stirn zeigen. Die Augen sind perlfarbig mit moglichst heller Iris sowie kleiner Pupille und sollen in der Mitte des Kopfes sitzen. Die Augenrander sind schmal und hell. Der lange und dunne Schnabel ist hellfleischfarbig bis rosafarbig und wird leicht nach unten geneigt getragen. Wichtig ist die Kappe, die breit und dicht den Hinterkopf umschlieUen und dabei nicht uber den Kopf hinausreichen soll. Sie endet in Rosetten. Der Hals ist lang und kraftig, zum Kopf hin schlanker werdend. Die Schwingen werden auf dem Schwanz liegend getragen, dessen Ende leicht den Boden beruhrt. Die Laufe sind kurz und unbefiedert. Die weiche FuUbefiederung soll die Zehen uberdecken.

SCHWEDISCHER TUMMLER. Tumlett blau (Foto Wolters)

Zur Farbpalette gehoren Einfarbige in Schwarz, Rot, Gelb, weib, Blau mit schwarzen Binden, Blaufahl mit dunklen oder ohne Binden, Blau ohne Binden, Rotfahl, Gelbfahl, Perlgrau mit rotlichem Hals und Kopf ohne Binden, Stahlgrau mit dunklen Binden, RahmU und Isabellfarbig, Gehammerte in Blau, Blaufahl, Rot und Gelb, Stipper, die eine helle Grundfarbe und darauf gleichmabig verteilte Spritzer in Schwarz, Rot oder Gelb tragen, und Getigerte in Schwarz, Rot oder Gelb, deren Kopf getigert, Schwungfedern und Schwanz weib, seltener farbig sind. Haufigstes Farbbild ist aber die sogenannte "TumlettU Zeichnung": Bei farbiger Grundfarbe verfugen diese Tauben uber weibe Schwungfedern, Schwanz, FuUbefiederung und Kehlfleck, das sogenannte "Bartchen". Die Zahl der weiben Handschwingen soll 5U6 betragen. Das weibe Bartchen soll im Umkreis von l cm von Schnabelwinkel zu Schnabelwinkel verlaufen. Diese Zeichnung findet man bei den meisten Farbschlagen. weibschlage haben weibe Schwungfedern, weibe FuUbefiederung und ein weibes Bartchen. Auch sie kommen in allen genannten Farbschlagen vor. weibschwanze weisen bei farbiger Grundfarbe weiben Schwanz, FuUbefiederung und Bartchen auf. SchlieUlich kennt man auch Elstern, bei denen der Schwanz farbig oder weib und auUerdem ein weibes Bartchen vorhanden sein kann.

GOTEBORGTUMMLER, schwarz (Foto Wolters)

Der GOTEBORGTUMMLER (Abb. 589) reprasentiert mittelgroben Typ mit Rundkappe sowie FuUbefiederung und ist dem Norwegischen Tummler ahnlich. Verwandtschaftlich steht er zwischen Norwegischen und Schwedischen Tummlern. Diese Tauben weisen helle Perlaugen bei farbigem Gefieder und dunkle oder helle Iriden in weib auf. Sie gelten in ihrer Heimat hauptsachlich als Flugtummler; auf Ausstellungen erschienen sie erst in den letzten Jahren. Der Kopf ist langgestreckt, abgerundet und mit Muschelhaube versehen. Der Hals ist mittellang, Rucken und Schwanz fallen in einer geraden Linie nach hinten ab. Die Schwingen ruhen auf dem Schwanz. Die Laufe sind ziemlich kurz und dicht befiedert. An Farbschlagen und Zeichnungen konnen die gleichen vorkommen, die beim Schwedischen Tummler aufgezahlt wurden. Beliebt sind Einfarbige in Schwarz und weib.

Die GLATTFUSSIGEN GOTEBORGTUMMLER mit Spitzkappe waren fruher auch bekannt, sind aber stark in den Hintergrund gedrangt worden.