DIE AMMENHALTUNG

Ammenhaltung ist besonders f¬r die Aufzucht kurzschnabliger Rassetauben erforder- lich. Der Z¬chter halt also parallel zu seinem Zuchtstamm langerschnablige Tauben einer zweiten Rasse, deren Jungtiere im Austausch von den Kurzschnablern grobge- zogen werden k¦nnen. Die Ammenhaltung ist ein aufwendiges Verfahren, aber schlieblich unerlablich f¬r das Gelingen der Aufzucht. Weil die maulf¦rmigen Schnabel der M¦vchen ebenso ungeeignet sind wie die kurzen Schnabel vieler T¬mmler, das Futter artgerecht von den Eltern zu ¬bernehmen, sind langschnablige Taubeneltern ein notwendiger Ersatz daf¬r. Genauso vorbildlich sind Kurzschnabler imstande, Langschnabler zu versorgen, so dab im Umtauschverfahren der Jungtiere auch kurzschnablige Alttiere ihren nat¬rlichen Brutrhythmus ausleben k¦nnen.
Eine aufschlubreiche Zuchtbuchfuhrung bei der Ammenhaltung respektive -zucht ist unerlablich, denn nur nach exakten Aufzeichnungen wird eine solche Zuchtarbeit von Erfolg gekr¦nt sein k¦nnen. Der Anteil an Ammenpaaren sollte aus verstandli- chen Gr¬nden ¬berwiegen, weil nicht immer sowohl Legetermin als auch Schlupf der jeweiligen Paare ¬bereinstimmen. Den Eltern der Kurzen gelingt es leicht, wahrend der ersten Tage die Jungen anzuschleimen, was dennoch nicht ausschliebt, dab das eine oder andere Taubenk¬ken schon in diesem Stadium einer langschnabli- gen Atzung bedarf.
Gewisse Karenzzeiten lassen sich durch Austauschen der Gelege wahrend der Bebr¬tungsphase ausgleichen. Diese Methode wird in der Regel angewandt. Ammen m¬ssen absolut zuverlassig sein. Deshalb wird man sich, von entsprechenden Erfahrungen geleitet, eigene Kreuzungstiere heranz¬chten. Weil Brieftauben, die in der Ammenhaltung sehr haufig anzutreffen sind, sich zuweilen als sehr grob erwiesen haben, sind Kreuzungen mit ihnen und Pfautauben als sehr f¬rsorgliche Aufzuchthilfen bekannt.